vidaflex fordert von Bundesregierung Corona-Impfstrategie für die 24-Stunden-Betreuung ein

Sind ältere Menschen, die zu Hause betreut und gepflegt werden, und ihre 24-Stunden BetreuerInnen aus Sicht der Regierung keine Risikogruppen?

Wien (OTS) - vidaflex, die Gewerkschaftsinitiative für Neue Selbständige und Ein-Personen-Unternehmen (EPUs), fordert die Bundesregierung auf, endlich die beiden Risikogruppen 24-Stunden-BetreuerInnen und ältere Menschen, die zu Hause betreut werden, in ihrer Corona-Impfstrategie zu berücksichtigen.

„Es ist sehr begrüßenswert, dass ein Großteil der BewohnerInnen und des Pflegepersonals von Alters- und Pflegeheimen in den kommenden Wochen gegen das Coronavirus durchgeimpft sein soll und dass auch Menschen über 80-Jahre, die nicht in einem Pflegeheim wohnen, sich demnächst für einen Impftermin vormerken lassen können“, sagt Christoph Lipinski, vidaflex-Experte für die 24-Stunden-Betreuung. Aber was passiert mit den rund 80.000 in Österreich tätigen 24-Stunden-BetreuerInnen und den Tausenden von ihnen zu Hause betreuten Menschen, die das 80. Lebensjahr noch nicht erreicht haben?

„Es ist völlig unverständlich, dass in der Impfstrategie der Bundesregierung und insbesondere in der des zuständigen Gesundheitsministers Anschober diese Frage noch immer nicht geklärt ist. Handelt es sich bei älteren Menschen, die zu Hause betreut und gepflegt werden, aus Sicht der Regierung etwa um keine Risikogruppe, die schnellstmöglich durch Immunisierung und durch die Impfung ihrer BetreuerInnen geschützt werden muss?“, fragt Lipinski.

„Die seitens der Bundesregieregierung bis vor kurzem noch mit Hilfe eines Bleib-Da-Bonus finanziell unterstützten 24-Stunden-BetreuerInnen, die für die Altenbetreuung in Österreich unentbehrlich sind, wurden bis jetzt zudem überhaupt nicht in die Überlegungen der Regierung zur Impfstrategie miteinbezogen“, ist Lipinski empört.

Ins gleiche Horn stoßt Andreja Grabovac, vidaflex-Sprecherin der kroatischen 24-Stunden-BetreuerInnen: „Meine KollegInnen müssen sich auf ihre eigenen Kosten testen lassen. Sind sie positiv, müssen sie in Quarantäne und erhalten während dieser Zeit oftmals keinen Cent. Auch in ihren Heimatländern erhalten sie kaum Unterstützung, da sie ihre Arbeitsleistung in Österreich erbringen. Und bezüglich einer schutzbringenden Corona-Impfung wurden sie bis jetzt in Österreich im Regen stehen gelassen. Viele meiner KollegInnen fühlen sich nur noch im Stich gelassen und überlegen, ob eine Tätigkeit in Österreich unter den gegebenen Bedingungen für sie überhaupt noch Sinn macht.“

„Wir wissen von Agenturen und Vereinen, dass viele KollegInnen in der 24-Stunden-Betreuung es sich aufgrund der Rahmenbedingungen in Österreich zwei Mal überlegen, wieder in Österreich zu arbeiten. Auch verzweifelte Familienangehörige haben uns bereits kontaktiert, dass BetreuerInnen nach den Weihnachtsfeiertagen teilweise nicht mehr nach Österreich kommen wollen“, schlägt auch Lipinski Alarm.

vidaflex fordert die Bundesregierung daher auf, endlich diesem neu drohenden Super Gau in der häuslichen Altenbetreuung entgegen zu wirken, indem auch für diese Risikogruppe und ihre BetreuerInnen rasch und kostenlos Corona-Schutzimpfungen organisiert werden.

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