ÖGB-Reischl: „Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet hat und dann arbeitslos wird, darf nicht zum Bittsteller werden.“

Anstieg arbeitsloser Frauen und Langzeitarbeitsloser besorgniserregend – Überbrückungsgeld für ältere Langzeitarbeitslose bis zur Pension gefordert

Wien (OTS) - Die hohe Zahl an Arbeitslosen war aufgrund der Krise leider zu erwarten und ist nicht überraschend. „Wo aber bleiben effektive Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit seitens der Bundesregierung?“, fragt Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB. „Denn tausende Menschen, die auch in diesem Jahr keinen Job finden werden, geraten immer tiefer in finanzielle Schwierigkeiten, weil die Bundesregierung es weiterhin nicht wert findet, das Arbeitslosengeld auf 70 Prozent zu erhöhen“, so die Gewerkschafterin. Bei mittlerweile zehn Arbeitslosen auf eine offene Stelle geht es sich lange nicht aus, dass alle rasch einen Job finden. Daher müsse auch die ausgelaufene Regelung zur erhöhten Notstandshilfe zumindest bis Mitte des Jahres weitergeführt werden. Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen würde hingegen kaum steigen. „Was ist nun mit der größten Weiterbildungsoffensive der Bundesregierung?“, wundert sich Reischl und fordert einmal mehr die Installierung echter Arbeitsstiftungen und die Schaffung von Jobs.

Frauenarbeitslosigkeit explodiert regelrecht

Besorgniserregend ist auch, dass die Zahl der arbeitslosen Frauen mit einem Plus von 42 Prozent doppelt so stark angestiegen ist wie die der Männer. Die Folgen der Krise werden am Arbeitsmarkt vor allem für Frauen noch länger spürbar und eine Rückkehr zu Vollzeit unter Umständen noch schwieriger sein. Das hätte drastische langfristige Folgen für das Erwerbseinkommen und somit auch die Pensionshöhe von Frauen, betont die Leitende ÖGB-Sekretärin.

Überbrückungsgeld für ältere Langzeitarbeitslose muss her

Geradezu unmöglich einen neuen Job zu finden, ist es für ältere Langzeitarbeitslose. Sie hatten vor der Krise schon schlechte Aussichten, die sich jetzt nicht verbessert haben. „Es braucht daher insgesamt eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes, aber auch besondere Maßnahmen bei älteren Menschen“, sagt Reischl. Sie fordert ein Überbrückungsgeld in der Höhe von 70 Prozent Nettoersatzrate für alle, die arbeitslos sind, wenig bis keine Beschäftigungsperspektive haben und maximal fünf Jahre vor der Pension stehen. „Wer sein ganzes Leben lang gearbeitet hat und dann arbeitslos wird, darf nicht zum Bittsteller werden. Hier geht es auch um Würde“, so Reischl abschließend.

Weitere Informationen zum Überbrückungsgeld: http://bit.ly/Überbrückungsgeld

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