ÖGB-Schumann: Es braucht umfassende Lösungskonzepte statt halbherzigen Regelungen

Konkrete Entlastung für Eltern weiterhin leider kein Thema für die Bundesregierung - viele wichtige frauenpolitische Forderungen nach wie vor offen

Wien (OTS) - „Die Handlungen der Bundesregierung innerhalb der letzten Wochen sorgen bei den Menschen für viel Verunsicherung - vor allem frauenpolitisch herrscht Chaos. Schulen und Kindergärten sind offen aber gleichzeitig geschlossen und Eltern und speziell Mütter verzweifeln an der Mehrfachbelastung von Kinderbetreuung, Home-Schooling und Job. Ein Teil der Schwangeren wird coronabedingt freigestellt, aber viele schwangere ArbeitnehmerInnen sind, trotz großer Sorge um die eigene Gesundheit und die des ungeborenen Kindes, von der Regelung ausgenommen. Wir brauchen umfassende Lösungskonzepte statt halbherzigen Regelungen“, so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann in Richtung Bundesregierung.

Nachdem mittlerweile bekannt ist, dass eine COVID-Erkrankung bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft das Risiko, auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen, deutlich erhöht, wurde letzte Woche im Sozialausschuss die Freistellung für schwangere ArbeitnehmerInnen ab der 14. Schwangerschaftswoche beschlossen, wenn die Arbeit einen direkten Körperkontakt erfordert und Homeoffice oder eine Änderung der Arbeitsbedingungen nicht möglich sind. „Grundsätzlich ein begrüßenswerter Schritt, von dem durchaus einige Frauen profitieren werden. Allerdings ist von dieser Regelung wieder ein großer Anteil schwangerer Arbeitnehmerinnen ausgeschlossen, beispielsweise im Handel. Wir fordern in dieser Ausnahmesituation weiterhin die Möglichkeit auf einen vorgezogenen Mutterschutz für alle Schwangeren – denn jedes Kind muss gleich viel wert sein“, so die Vizepräsidentin.

Eltern seien aktuell die Hauptleidtragenden und extrem verunsichert. Sie wissen nicht, ob sie ihre Kinder in Schule und Kindergarten bringen sollen, um arbeiten gehen zu können, oder ob sie sie lieber zuhause lassen sollen. Darunter leiden vor allem Alleinerziehende, über 90 Prozent davon Frauen. Sie fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen. „Eltern brauchen jetzt Entlastung. Gleichzeitig müssen Schulen und Kindergärten auch in Krisenzeiten Bildungseinrichtung bleiben und dürfen nicht nur als Aufbewahrungsstätten für Kinder dienen, deren Eltern arbeiten müssen“, fordert Schumann abschließend.

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