• 19.11.2020, 09:14:00
  • /
  • OTS0039

Lockdown verursacht enorme Schäden bei Rinder- und Schweinebauern

Branchenvertreter VÖS/ARGE Rind weisen auf Umsatzeinbußen bei Zulieferern hin

Utl.: Branchenvertreter VÖS/ARGE Rind weisen auf Umsatzeinbußen bei
Zulieferern hin =

Wien (OTS) - Die österreichische Landwirtschaft hat in diesem
außergewöhnlichen Jahr ihre Krisenfestigkeit und Systemrelevanz
eindrucksvoll bewiesen. Die Bäuerinnen und Bauern haben gezeigt, dass
sie die österreichische Bevölkerung auch in einer Notsituation
zuverlässig mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen können. Dies
soll auch in Zukunft gewährleistet werden können. Vor dem Hintergrund
eines neuerlichen Preiseinbruchs diese Woche haben sich der Verband
Österreichischer Schweinebauern (VÖS) und die ARGE Rind als
Dachorganisationen der Erzeugergemeinschaften für Schweine und Rinder
in einem Schreiben an Bundeskanzler Sebastian Kurz und
Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger gewandt. Sie fordern
rasche und effektive Maßnahmen zur Unterstützung der Rinder und
Schweine haltenden Betriebe, die durch den Lockdown mit gewaltigen
Umsatzeinbußen zu kämpfen haben.

Enorme Preisrückgänge durch Lockdown-Maßnahmen

Die Schließung der Gastronomie - sowohl im Frühjahr als auch im
Rahmen des aktuellen Lockdowns - trifft neben den gastronomischen
Betrieben auch deren Lieferanten massiv. Während im Gastrobereich
eine faire Kompensation zugesichert wurde, sind momentan keine
Signale bezüglich einer unbürokratischen Schadensabgeltung im
Lieferantenbereich zu vernehmen. Es ist essenziell, dass hier auch
die kritische Lage in der landwirtschaftlichen Urproduktion erkannt
und etwa in Form der von Bundesminister Gernot Blümel angesprochenen
"Vorlieferanten-Regelung" berücksichtigt wird.

Neben den Preisrückgängen seit dem ersten Lockdown und steigenden
Absatzproblemen führt auch ein Corona-bedingter Personalmangel in der
Schlacht- und Verarbeitungsindustrie zu Verunsicherung in der
Landwirtschaft. Darüber hinaus kommt für Schweine haltende Betriebe
auch noch die bedrohliche Seuchenlage in Bezug auf die Afrikanische
Schweinepest (ASP) in Deutschland, Ungarn und acht weiteren
EU-Ländern sowie der daraus resultierende Marktdruck aus dem Ausland
erschwerend hinzu.

Wöchentliche Umsatzeinbußen in Millionenhöhe

"Unsere Schweine haltenden Landwirtinnen und Landwirte sowie die
zuständigen Erzeugergemeinschaften mussten aufgrund der notwendigen
Maßnahmen zur Einschränkung der COVID-19-Pandemie laut unserer
Berechnung heuer bereits Umsatzeinbußen von zirka 50 Mio. Euro
hinnehmen. Der Preiseinbruch durch den aktuellen Lockdown erhöht die
Verluste um weitere Millionen: 1,5 Mio. Euro pro Woche sind schon
gewiss, und wir befürchten mehrere Mio. Euro je Woche zusätzlich bis
ins Frühjahr 2021", erläutert VÖS-Obmann Walter Lederhilger.

Laut ARGE-Rind-Obmann Josef Fradler verbuchten auch die Rinder
haltenden Betriebe aufgrund der Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie
- vor allem durch die Schließung der Gastronomie und durch die
schwierige Exportlage - bereits Umsatzeinbußen von zirka 19 Mio.
Euro. "Dieser Preisdruck wird sich durch den aktuellen Lockdown und
die unsichere Marktlage, die in den nächsten Monaten auf die
Rinderbauern zukommt, im Frühjahr 2021 noch weiter verschärfen. Wir
ersuchen die Regierung, hier ähnlich schnelle und wirksame Maßnahmen
wie in der Gastronomie auch für unseren Sektor zu setzen, um die
existenzbedrohende Situation für unsere heimischen Betriebe
abzuwenden", so Fradler. (Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel