- 29.10.2020, 09:39:41
- /
- OTS0050
ZAG: Geflügelwirtschaft baut Tierwohlstandards aus
Höherer Fördersatz für tierfreundliche Putenstallungen
Utl.: Höherer Fördersatz für tierfreundliche Putenstallungen =
Wien (OTS) - Im Rahmen des von Bundesministerin Elisabeth Köstinger
initiierten "Pakts für mehr Tierwohl" wurde gestern ein
Maßnahmenpaket verabschiedet, das auch höhere Investitionsförderungen
für tierfreundlich gestaltete Putenstallungen vorsieht. "Die
Sonderförderung kommt zur rechten Zeit, liegt doch die
Selbstversorgung bei heimischem Putenfleisch bei nur 43%. Das
Sonderprogramm soll ein Anreiz für interessierte Landwirte sein, in
die Putenhaltung einzusteigen. Die österreichische Geflügelwirtschaft
will ihre proaktive und marktorientierte Arbeitshaltung in der
Legehennenhaltung und der Mastgeflügelhaltung fortsetzen und
ausbauen. Wir begrüßen auch einen bundesweiten Tiergesundheitsdienst
und fordern einen solidarischen Lebensmitteleinkauf in öffentlichen
Einrichtungen." Dies betonte heute der Obmann der Zentralen
Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG),
Franz Karlhuber.
Erfolgreiche Projekte weiter ausbauen
Gerade in der Geflügelwirtschaft zeigt sich, dass durch eine klare
Differenzierung der Haltungsformen und einer entsprechend klaren
Produktkennzeichnung die Konsumentinnen und Konsumenten erst in die
Lage versetzt werden, sich für das bessere Produkt zu entscheiden. In
den meisten Fällen tun sie das auch, nicht umsonst steigt der Absatz
der Produkte aus tierfreundlichen Haltungsformen kontinuierlich an.
So konnte die österreichische Geflügelwirtschaft den
Selbstversorgunggrad bei Eiern von 70% vor 15 Jahren auf heute knapp
90% erhöhen. Diese Erfolgsgeschichte ist besonders den Tierhaltern
geschuldet, die nach dem Verbot der Käfighaltung den Umstieg auf
tierfreundliche Haltungsformen gewagt haben. Eine ähnlich positive
Entwicklung zeichnet sich in der Mastgeflügelhaltung ab, wo immer
mehr Tierwohl-Stallungen gebaut werden, die den Tieren Zugang zu
einem geschützten Außenklimabereich ermöglichen und im Stallinnenraum
erhöhte Sitzebenen und Spielmaterial angeboten werden.
ZAG begrüßt bundesweiten Tiergesundheitsdienst
Sehr erfreut zeigt sich Karlhuber auch über das Vorhaben, in guter
Abstimmung zwischen dem Gesundheits- und dem
Landwirtschaftsministerium, einen bundesweiten Tiergesundheitsdienst
einrichten zu wollen. "Wir haben in der österreichischen
Geflügelwirtschaft sehr gute Erfahrungen mit der bundesweiten
Bündelung von Veterinärangelegenheiten gemacht. Das erfolgreiche
Modell der QGV kann hier als Vorbild dienen. Schließlich gelang es in
partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern und
Geflügeltierärzten, die Tiergesundheit deutlich zu steigern und
gleichzeitig den Antibiotikaeinsatz seit 2011 um 53% zu reduzieren",
freut sich der ZAG-Obmann. Die zentrale Datenverfügbarkeit von
bundesweit verteilten Betrieben hilft nachweislich bei der Erstellung
von Maßnahmen zur Verbesserung der Geflügelgesundheit, was in
weiterer Folge zumeist auch eine höhere Lebensmittelsicherheit für
die österreichischen Konsumenten gewährleistet.
Fairness-Pakt auch beim Einkauf in öffentlichen Einrichtungen
Für die Vertreter der österreichischen Geflügelwirtschaft ist es
sachlich schlüssig, dass sich die öffentliche Hand beim Einkauf von
Lebensmitteln an dieselben Regeln hält, die sie selbst im Rahmen von
gesetzlichen Bestimmungen oder anderen Qualitätsinitiativen auf
Bundesebene vorgibt. "Zurzeit kommt ein Großteil des Geflügels, das
in öffentlichen Einrichtungen angeboten wird, aus einer Tierhaltung,
die nicht den Erwartungen der Österreicherinnen und Österreicher
entspricht", stellt ZAG-Obmann-Stellvertreter Markus Lukas fest. Er
fordert, dass die Mindestbestimmungen beim Einkauf in öffentlichen
Einrichtungen zumindest den im österreichischen
Bundestierschutzgesetz festgelegten Haltungsbestimmungen entsprechen.
Die Bemühungen der heimischen Geflügelwirtschaft, die Tiere gesünder
und tiergerechter zu halten, müssten sich auch am Markt durch
verantwortungsvollen Einkauf von heimischen Eiern und heimischem
Geflügel deutlich bemerkbar machen. "Die öffentliche Hand muss hier
mit gutem Beispiel vorangehen", so Lukas. (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






