• 24.10.2020, 08:00:03
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Schallenberg: „Die UNO ist wichtiger denn je – nur wenn alle Staaten an einem Strang ziehen, werden wir globale Krisen meistern.“

Heute vor 75 Jahren – am 24. Oktober 1945 – trat die Satzung der Vereinten Nationen in Kraft.

Utl.: Heute vor 75 Jahren – am 24. Oktober 1945 – trat die Satzung
der Vereinten Nationen in Kraft. =

Wien (OTS) - „Die Gründergeneration der UNO stand 1945 vor den
Trümmern der Welt. Die Menschheit hatte in den dunkelsten Abgrund von
Hass, Gewalt und Grausamkeit gestarrt. Die ‚Völker der Vereinten
Nationen‘ erklärten daher ihre tiefe Entschlossenheit, kommende
Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, so
Außenminister Alexander Schallenberg anlässlich des 75. Jahrestages
des Inkrafttretens der Satzung der Vereinten Nationen.
Seit ihrer Gründung haben die Vereinten Nationen für den Fortschritt
der Menschheit gearbeitet. Die UNO habe unseren Planeten mit gelebtem
Multilateralismus zu einem sichereren Ort gemacht, sie habe globale
Standards für den Schutz von Menschenrechten verbessert. Durch ihren
Beitrag zu Abrüstungsbemühungen und ihren friedenserhaltenden
Missionen trage sie zur Beilegung und Verhütung von Konflikten bei.
„Wenn wir die heutigen Standards bei Bildung, Frauenrechten,
Kindersterblichkeit, beim Zugang zu sauberem Trinkwasser oder bei der
Armutsbekämpfung mit der Situation von 1945 vergleichen, kann die UNO
zu Recht stolz auf das Erreichte sein“, stellt Außenminister
Schallenberg fest.
Wie jede andere Organisation sei auch die UNO nicht frei von Fehlern.
Gerade bei der Lösung von Konflikten finde sie sich häufig an den
Rand gedrängt. Zu oft könne sich der UNO Sicherheitsrat zu keinem
Konsens zur Beilegung der schlimmsten Krisen durchringen. Doch
angesichts der aktuellen Herausforderungen sei effektiver
Multilateralismus wichtiger denn je.
„Wir erleben eine durch COVID-19 verursachte globale Gesundheits- und
Wirtschaftskrise und haben erst die Spitze des Eisbergs ihrer
wirtschaftlichen und sozialen Folgen gesehen. Die Fortschritte, die
in den letzten Jahren bei der Erreichung der nachhaltigen
Entwicklungsziele gemacht wurden, drohen zu zerrinnen“, warnt
Schallenberg. Die Pandemie habe existierende geopolitische Spannungen
verschärft und den Blick der internationalen Gemeinschaft auf
zahlreiche Krisenherde vernebelt.
„Die Pandemie hat uns auf brutale Weise vor Augen geführt, wie uns
globale Bedrohungen alle in gleicher Weise treffen und wie abhängig
wir voneinander sind. Nur wenn alle Staaten an einem Strang ziehen,
haben wir eine reale Chance, die Herausforderungen tatsächlich zu
meistern“, so Außenminister Alexander Schallenberg. Gerade ein Land
von der Größe Österreichs brauche eine regelbasierte internationale
Ordnung, in der Rechtsstaatlichkeit und nicht das Recht des
Stärkeren, gute Regierungsführung, offene Märkte, das Prinzip der
Vertragstreue und die Menschenrechte Beachtung finden. „Das sind
keine abstrakten Ideale, sondern die Voraussetzung für die Sicherheit
Österreichs. Multilaterales Engagement im Rahmen der UNO mit Wien als
einem ihrer vier Hauptsitze ist unverrückbarer Pfeiler der
österreichischen Außenpolitik.“
Der Erfolg oder Misserfolg der Vereinten Nationen spiele sich nicht
in einem Vakuum ab, sondern habe konkrete Auswirkungen auf das Leben
der Bürgerinnen und Bürger. Die nächste Katastrophe komme bestimmt,
sei es Terrorismus, die Bedrohung durch Atomwaffen oder der
Klimawandel als potentielle Superkrise, warnte Außenminister
Schallenberg. „Wir, die Völker der Vereinten Nationen, brauchen
einander und wir brauchen ein starkes multilaterales System. Nur so
können wir vor dem Urteil nachfolgender Generationen bestehen.“

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