• 17.09.2020, 11:51:56
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  • OTS0123

Afrikanische Schweinepest: Österreichische Schweinebörse stabilisiert Marktlage

Verunsicherung nach ASP-Fällen in Deutschland

Utl.: Verunsicherung nach ASP-Fällen in Deutschland =

Wien (OTS) - Nach dem Fund eines mit der Afrikanischen Schweinepest
(ASP) infizierten Wildschweinkadavers nahe der polnischen Grenze in
Brandenburg, Deutschland, verbuchte der deutsche Schweinemarkt letzte
Woche einen historischen Preiseinbruch um 20 Cent pro kg
Schlachtgewicht. Diese Entwicklung führte zu einer großen
Verunsicherung unter den österreichischen Schweineproduzenten. Es
wurde aufgrund der engen Verknüpfung mit dem deutschen Markt ein
ähnlicher Preiseinbruch auch hierzulande befürchtet. Der
österreichischen Schweinebörse ist es jedoch gelungen, einen
drastischen Preisverfall wie in Deutschland abzuwenden.

In Deutschland, dem größten Schweineproduzenten der EU, sind jedes
sechste Schwein sowie die Schlachtnebenprodukte von jedem zweiten
Schwein für den Export innerhalb der EU und in Drittstaaten bestimmt.
Als Reaktion auf die bestätigte ASP-Infektion wurde die BRD für den
Export von Schweinefleisch von den großen Abnehmern in Asien
gesperrt. Durch den Wegfall dieses Exportventils übt die deutsche
Überproduktion nun Druck auf den EU-Binnenmarkt aus.

VÖS-Schweinebörse entschärft ASP-Krise

Die drei großen im Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS)
organisierten Erzeugergemeinschaften Österreichs - Gut Streitdorf,
Styriabrid und VLV - sind seit EU-Beitritt in der Ö-Börse
organisiert. Im Rahmen dieser Börse werden wöchentliche
Preisverhandlungen mit den führenden heimischen Schlachtunternehmen,
die auch im internationalen Wettbewerb agieren, geführt.

"Die über Jahrzehnte aufgebaute ausgezeichnete Gesprächsbasis
zwischen Produktion, Schlacht- und Verarbeitungsbranche sowie
Lebensmitteleinzelhandel ist eine österreichische Besonderheit und
insbesondere in derart kritischen Phasen hilfreich. So ist es uns
gelungen, einen drastischen Preisverfall von 20 Cent wie in
Deutschland abzuwenden. Die in Österreich am Mittwoch beschlossenen
-8 Cent/kg sind zwar ebenfalls bedauerlich für die Erzeuger, aber in
Relation zum internationalen Geschehen müssen wir das als Erfolg
bewerten", berichtet der Geschäftsführer der Ö-Börse, Johann
Schlederer.

Vielfältige Maßnahmen für Stabilität

Damit wird einmal mehr unter Beweis gestellt, wie wichtig ein
konzentrierter Marktauftritt der österreichischen Schweinebäuerinnen
und -bauern ist, besonders in so einer heiklen Phase. Der VÖS will
weiterhin um das Verständnis der Fleischbranche kämpfen, um das
Preisniveau bestmöglich zu stabilisieren. Es ist nämlich zu erwarten,
dass Deutschland für mindestens ein Jahr für den Export in relevante
Drittländer gesperrt bleiben wird. Gemeinsam mit den österreichischen
Veterinärbehörden wird an einer erweiterten Exportlizenz gearbeitet,
die den Absatz von Innereien und Schlachtnebenprodukten heimischer
Herkunft nach China rasch ermöglichen würde. Dies wäre ein wertvoller
Beitrag zur Stabilisierung des Schweinepreises in Österreich. "Als
VÖS beobachten wir laufend, wie sich das Schadensausmaß für die
heimischen Schweineproduzenten entwickelt. Wir werden uns für
Kompensation für die geschädigte Schweinebranche seitens der Politik
auf EU- und nationaler Ebene einsetzen", so Schlederer.

"Als oberste Priorität gilt jetzt allerdings, die ASP-Freiheit
Österreichs weiterhin zu erhalten. Effektive Maßnahmen zur
Verbesserung der Biosicherheit auf Österreichs Betrieben werden
weiterhin umgesetzt. Auch in den Bereichen Jagd, Tourismus und
Saisonarbeit müssen alle notwendigen Maßnahmen gesetzt werden, um ein
Einschleppen des ASP-Virus nach Österreich auch weiterhin erfolgreich
zu verhindern. Darüber hinaus können alle Konsumenten das
Fortbestehen unserer Schweinebetriebe unterstützen, indem sie sich an
der Fleischtheke für österreichische Produkte entscheiden", so
Schlederer. (Schluss)

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