• 15.09.2020, 11:06:00
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Greenpeace: Mehrweg mit Pfandsystem nützt Umwelt und Wirtschaft

Blockadehaltung von WKO und Handelsverband ist rückwärtsgewandt, umweltschädlich und unnachhaltig - Studie in Deutschland zeigt: Mehrweg schafft Arbeitsplätze

Utl.: Blockadehaltung von WKO und Handelsverband ist
rückwärtsgewandt, umweltschädlich und unnachhaltig - Studie in
Deutschland zeigt: Mehrweg schafft Arbeitsplätze =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt scharfe
Kritik an den Scheinargumenten von Wirtschaftskammer und
Handelsverband rund um den 3-Punkte-Plan gegen die Plastikflut des
Klimaministeriums. Die Blockadehaltung von WKO und Handelsverband
gegenüber Mehrweg mit Pfand ist unnachhaltig, umweltschädlich und
rückwärtsgewandt, so Greenpeace. Mehrwegsysteme sind nicht nur aus
Umweltsicht die beste Lösung, sondern stärken auch die regionale
Wirtschaft. Schon jetzt haben viele NahversorgerInnen in Österreich
funktionierende Systeme zur Rücknahme von Mehrweg-Pfandflaschen.
Zudem greifen immer mehr KonsumentInnen beim Einkauf zu
wiederverwendbaren Verpackungen. Und Mehrwegsysteme schaffen mehr
Arbeitsplätze in der Region als Einwegsysteme, wie etwa der Blick
nach Deutschland zeigt. Ein Pfand auf Getränkeflaschen führt außerdem
dazu, dass Littering - also Müll in der Umwelt - deutlich reduziert
wird und damit die Kosten für die Reinigung von Straßen, Wiesen und
Böschungen sinken. Aktuell kostet Littering die österreichischen
SteuerzahlerInnen rund 160 Millionen Euro pro Jahr.

“Der 10-Punkte-Plan von WKO und Handelsverband beinhaltet viele leere
Phrasen und ein ‘Weiter wie bisher’. Doch das aktuelle System hat
dafür gesorgt, dass die Plastikmüllberge von Jahr zu Jahr anwachsen
und die Recyclingquote gesunken ist. Österreich braucht einen klaren
Kurswechsel. Sogar die ÖVP hat vor zwei Jahren medienwirksam eine
deutliche Plastikreduktion versprochen. Jetzt müssen endlich Taten
folgen. Freiwillige Vereinbarungen sind nicht genug. Der Ausbau von
Mehrwegsystemen ist nicht nur das Beste für die Umwelt, sondern auch
für die Betriebe wirtschaftlich rentabel - das zeigen Unternehmen wie
die Berglandmilch, Egger Getränke, Brauereien, große Supermarktketten
aber auch kleine Nahversorger und Nahversorgerinnen, die schon jetzt
Mehrweg-Pfandflaschen verkaufen und zurücknehmen. Und Mehrweg schafft
neue Arbeitsplätze, was angesichts der Wirtschaftskrise besonders
wichtig ist”, sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace
Österreich.

Anders als von der WKO behauptet, schafft Mehrweg sogar neue Jobs und
fördert die regionale Wirtschaft, wie eine Studie von
PricewaterhouseCoopers zeigt. Die Deutsche Umwelthilfe hat auf Basis
von Branchendaten berechnet, dass in Deutschland pro einer Million
Liter Getränke in Mehrwegsystemen mehr als fünfmal so viele Personen
arbeiten, wie bei Einweg. Von Einweg profitieren hingegen in erster
Linie große internationale Konzerne, die die Produktion dafür oft in
Länder mit niedrigeren Löhnen auslagern. So hat die Auslistung der
0,5-Liter- und 1-Liter-Mehrweg-PET-Flaschen durch Coca-Cola in
Deutschland laut der Deutschen Umwelthilfe zu einem Abbau von rund
4.000 Arbeitsplätzen geführt. “Gerade die Corona-Krise hat gezeigt,
wie wichtig es ist, eine intakte Umwelt und regionale Wertschöpfung
nachhaltig zu sichern - dazu wird der Ausbau von Mehrweg einen
Beitrag leisten”, so Panhuber. Ohne Pfandsystem müsste Österreich
künftig pro Jahr bis zu einer Million Tonnen Restmüll sortieren, um
die 90 Prozent Sammelquote der EU für Plastikflaschen bis 2030 zu
erreichen. Diese Restmüllsortierung ist laut der Studie vom
Technischen Büro Hauer, BOKU und Montanuniversität Leoben für die
Gesamtwirtschaft deutlich teurer als die Implementierung eines
Pfandsystems.

„Die WKO vertritt in der Diskussion rund um Mehrweg und Pfand klar
die Profitinteressen von einigen wenigen Konzernen wie Lidl, Hofer
und Kunststoffproduzenten. Schon jetzt haben gerade kleine
Nahversorgerinnen und Nahversorger regionales Bier oder Säfte in
Mehrwegflaschen im Angebot und die Rücknahme von Flaschen
funktioniert seit Jahren - entweder händisch an der Kassa oder über
einen Automaten. Statt mit Mythen für Verunsicherung bei HändlerInnen
und KonsumentInnen zu sorgen, muss die WKO sich endlich mit
konstruktiven Gesprächen zur Umsetzung von Pfand und Mehrweg
einbringen“, fordert Panhuber.

- Studie von PWC zu Mehrwegsystemen: https://bit.ly/35Ebva2

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