Live aus Alpbach: Die Zukunft der urbanen Nahrungsmittelproduktion

Der Klima- und Energiefonds lud im Rahmen der Technologiegespräche zum Talk mit dem Titel „Feeding the City – Or Is the City Feeding You?“

Wien (OTS) - Unsere Städte wachsen weltweit. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist vor allem mit Blick auf den Klimawandel eine entscheidende Zukunftsfrage für Metropolen. Kommt unser Essen bald aus dem 3D-Drucker? Wachsen auf all unseren Dächern bald Tomaten? Welche Ernährungsformen und Lebensmittel die Antworten auf die Herausforderungen der Klimakrise liefern können, diskutierten Gäste aus unterschiedlichen Perspektiven auf Einladung des Klima- und Energiefonds beim Europäischen Forum Alpbach.

Das gesamte Forum Alpbach und somit auch die Technologiegespräche finden in diesem Jahr online statt. Interaktion mit dem Publikum kam bei der Paneldiskussion des Klima- und Energiefonds trotzdem nicht zu kurz. Ein klares Feedback des Publikums zur Live-Umfrage des Panels: Unsere Ernährung wird sich in den nächsten Jahren komplett ändern. Und es sei höchste Zeit, dass Produkte mit hohem CO2-Fußabdruck entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Ein gemeinsames Bild zeichneten die Gäste vor Ort und das online-Publikum am Ende der Diskussion: Wir müssen Wege finden, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Und unsere Gewohnheiten umstellen, um der Klimakrise erfolgreich zu begegnen.

Klima- und Energiefonds Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Was wir essen, ist absolut klimarelevant. Bei der Herstellung, Verarbeitung und beim Transport unserer Lebensmittel entstehen jede Menge Treibhausgase. Unsere Gäste heute haben gezeigt, was wir in Zukunft besser machen können. Das beginnt bei neuartigen Produkten, geht über urbane Anbauflächen bis hin zu Konzepten, damit endlich weniger kostbare Lebensmittel im Müll landen.“

Adam Curtis, interimistischer CEO und Forschungsdirektor Nabolagshager, Oslo: „Die städtische Landwirtschaft im Globalen Norden ist aus einer größeren ‚Good Food‘-Bewegung heraus entstanden, die sich mit Klimafragen und industrieller Lebensmittelproduktion auseinandersetzt. Urbane Landwirtschaft hat aber auch eine soziale Komponente: So sind die Auswirkungen technologischer Lösungen auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur ungewiss.“

Daniel Podmirseg, Gründer und Vorstand vertical farm institute, Wien: „Wir müssen Landwirtschaft ganz neu denken. Unser Ansatz ist es, vertikale Anbauflächen zu entwickeln, die auch in Städten funktionieren. So können wir Lebensmittel produzieren, die weniger Land und Wasser verbrauchen.“

Christoph Thomann, Gründer und CEO ZIRP, Wien: „Aus Insekten lassen sich hochwertige und gesunde Lebensmittel herstellen. Wir sind überzeugt, dass in diesem neuen Sektor großes Potential steckt. Mit lokaler Produktion werden Städte damit zu Selbstversorgern was alternative Proteine betrifft.“

Robin Simsa, Mitgründer und CEO Legendary Vish, Wien: „Aufgrund der hohen Nachfrage schrumpft der weltweite Fischbestand kontinuierlich – mit katastrophalen Auswirkungen auf die Biodiversität! Bei der Produktion von Fisch aus pflanzlichen Stoffen mithilfe von 3D-Druckern können wir Form, Textur und Struktur originalgetreu nachbilden, verzichten aber auf lange Lieferketten und tragen zur Regeneration der Weltmeere bei.“

Janine Bex, Gemeinderätin, Die Grünen, Innsbruck: „Die Politik ist auf verschiedenen Ebenen gefordert, Veränderungen in der Lebensmittelproduktion zu unterstützen. Auf kommunaler Ebene braucht es eine enge Kooperation mit der Zivilgesellschaft, um Pionierprojekte im wahrsten Sinne des Wortes wachsen und gedeihen zu lassen.“

Christine Ehrenhuber, Projektkoordinatorin United Against Waste, Wien: „In Gastronomiebetrieben, Hotels und Großküchen landen jährlich tausende Tonnen genießbaren Essens im Müll. Wir von United Against Waste möchten mit unseren Angeboten – Beratung, Monitoring und Analysen – diese Entwicklung stoppen und damit einen wichtigen Beitrag zur effizienten Lebensmittelversorgung in Städten leisten.“

Tobias Judmaier, CEO iss mich!, Wien: „Die Landwirtschaft entsorgt jährlich europaweit 30% der von ihr produzierten Lebensmittel. Kurz gesagt: Alles, was nicht der Norm entspricht, wird aussortiert. Ich bin überzeugt, dass die lokale Versorgung von Städten möglich ist, sofern wir unsere Mittel richtig einsetzen und nicht mehr, sondern klüger produzieren.“

Podcast zum Thema

Das Thema Ernährung und Klimawandel wird auch in der neuesten Folge des Podcasts des Klima- und Energiefonds www.folgewirkung.at aufgegriffen.

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