Grüne/Disoski: „Vorgaben des Härtefallfonds sind inakzeptable Schikanen für Sexarbeiter*innen“

Appell an Finanzministerium: „Öffnen Sie Zugang zu Härtefallfonds für alle, die ihn brauchen“

Wien (OTS) - Anlässlich des internationalen Hurentags kritisiert Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, einmal mehr die nach wie vor fehlende Unterstützung für Sexarbeiter*innen aus dem Corona-Härtefallfonds: „Sexarbeit ist Arbeit. Für Sexarbeiter*innen hat der Corona-bedingte Lockdown ein de-facto-Berufsverbot und damit totale Einkommensverluste nach sich gezogen. Trotzdem haben viele Sexarbeiter*innen keinen Zugang zum Härtefallfonds, da das Finanzministerium auf eine inländische Kontoverbindung besteht. Seit Wochen fordern wir das Finanzministerium dazu auf, diese Position zu revidieren“, führt die Grüne Frauensprecherin aus. „Öffnen Sie den Zugang zum Härtefallfonds für alle, die ihn brauchen“, appelliert Disoski einmal mehr in Richtung Finanzministerium.

Organisationen wie LEFÖ, Red Edition und Sophie haben in den letzten Wochen immer wieder auf die prekäre Situation von Sexarbeiter*innen aufmerksam gemacht“, so Disoski. „Dass der Härtefallfonds nur Ansuchen mit österreichischen Konten zulässt, ist eine inakzeptable Schikane für Sexarbeiter*innen, das muss sich sofort ändern. Denn die bestehenden Regeln führen dazu, dass Sexarbeiter*innen entweder Schulden bei Bordellbetreiber*innen machen oder in die Illegalität gedrängt werden und trotz Verbot arbeiten“, benennt die Grüne Frauensprecherin die Auswirkungen der derzeitigen Regelungen. „Es kann nicht sein, dass das Finanzministerium die jährlichen Steuereinnahmen aus der Branche gerne nimmt, aber die krisenbedingte Unterstützung verweigert“, kritisiert Disoski. Sexarbeiter*innen sind aktuell auch deshalb in Bedrängnis, weil die verpflichtenden Untersuchungen zeitweise ausgesetzt sind und entsprechende Klubs und Studios geschlossen bleiben. „Wer dort lebt, muss in vielen Fällen trotz Einkommensausfälle Miete zahlen. Das verschärft die Lage zusätzlich. Viele Sexarbeiter*innen werden so in die Obdachlosigkeit gedrängt. Davor warnen zivilgesellschaftliche Organisationen schon seit Wochen“, erklärt Disoski, die sich in vielen Gesprächen der vergangenen Wochen ein Bild über die Situation von Sexarbeiter*innen verschafft hat.

„Selbstbestimmtheit und Sicherheit müssen auch in diesem Bereich gewährleistet sein. Schikanen, Stigmatisierung und Diskriminierung werden wir Grüne immer entgegentreten, auch in diesem Bereich. Das gilt am Internationalen Hurentag genauso, wie an jedem anderen Tag im Jahr“, so Disoski abschließend.

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