SP-Sima/Herr an Umweltministerin: Kampf dem Einwegflaschen-Wahn - Gesetzliche Mehrwegquoten und Pfand auf Einwegflaschen überfällig!

Erfolgreiche Initiativen der Stadt Wien zeigen vor, wie es geht - Mehrweg als zentraler Beitrag zum Klimaschutz

Wien (OTS/SK) - Geschätzte vier Milliarden Einweg-Getränkegebinde fallen pro Jahr in Österreich an, das ist eine Menge von 38.000 LKW mit Anhänger, aneinander gereiht gibt das eine Schlange von Wien bis Hamburg! Einweg-Flaschen und Dosen landen im Abfall, werden bestenfalls - mit viel Energieverbrauch - recycelt, viel zu oft landen sie achtlos in den Parks, auf den Straßen und verschmutzen die Umwelt. ****

Die Mehrwegflasche ist in Österreich indes zur fast ausgestorbenen Spezies im Getränkeregal geworden. Denn seit den späten 1990er Jahren hat sich in Österreich der Anteil an umweltschädigenden Einwegflaschen von knapp einem Drittel auf mehr als drei Viertel erhöht (von 31 auf 78 Prozent). Die für Umwelt und Klima schlechteste Flasche, die Einwegflasche, ist heute die Norm. Das Umweltministerium – durchgängig seit 33 Jahren von der ÖVP geführt – hat Industrie und Handel zum massiven Nachteil von Umwelt- und Klimaschutz gewähren lassen.

„Die Entwicklung ist dramatisch und Handeln ist überfällig“, so Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima an die zuständige Umweltministerin Leonore Gewessler im Vorfeld des Runden Tisches zum Thema Plastikflaschen im Umweltministerium am Dienstag.

ÖVP-Umweltminister Molterer hat im Jahr 2000 die damals geltende Pflichtmehrwegquote herabgesetzt, der Verfassungsgerichtshof hat die gelockerte Zielverordnung gänzlich gehoben. Seither fehlen verbindliche Mehrwegziele überhaupt. Trotz unzähliger einstimmiger Beschlüsse aller Landesumweltreferenten der letzten Jahre für Maßnahmen gegen die dramatische Entwicklung am Flaschensektor hat die ÖVP nie reagiert – sie setzte auf Selbstverpflichtungen ohne Sanktionen, das Ergebnis sieht man beim Getränkekauf täglich: Kaum Mehrweg, alles Einweg und natürlich damit verbunden auch die Verschmutzung im öffentlichen Raum mit achtlos weggeworfenen Plastikflaschen.

„Es ist fünf vor zwölf, es braucht jetzt nach Jahrzehnten ÖVP-Gemurxe ein rasches und entschlossenes Handeln der grünen Umweltministerin“, verlangt SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr.

Sima und Herr fordern angesichts der dramatischen Entwicklung von Umweltministerin Gewessler noch vor dem Sommer einen Vorschlag, der verpflichtende Mehrwegquoten kombiniert mit einem modernen Einwegpfandsystem bringt. Mehrweg muss stufenweise wieder die Norm werden, so die zentrale Forderung der SPÖ an die Grüne Umweltministerin.

Zwtl.: Einweg am Holzweg

Einwegplastik ist ein Auslaufmodell. Einige Produkte wurden EU-weit bereits verboten, andere sollen sukzessive zurück gedrängt werden. Die Single Use Plastic (SUP) Richtlinie der EU schreibt beispielsweise vor, dass bis 2029 90 Prozent der PET-Flaschen in Österreich getrennt gesammelt und recycelt werden müssen. Die Richtlinie zielt darauf ab, die Verschmutzung der Umwelt durch Einweg-Kunststoffartikel zu reduzieren und wiederverwendbare Artikel und Mehrwegsysteme, gegenüber Einwegartikeln zu bevorzugen. Ziel ist in erster Linie die Verringerung des Abfallaufkommens und die Ressourcenschonung. Denn der beste Müll ist immer noch der, der gar nicht entsteht.

Zwtl.: Einwegpfand braucht verbindliche Mehrweg-Quoten

Wie ein Blick nach Deutschland oder Skandinavien zeigt, sind Einwegpfandsystem ohne verbindliche Mehrweg-Quote unnütz und belasten nur die KonsumentInnen und den Handel. „Wir dürfen die Fehler der anderen nicht nachmachen, das ist der einzige Vorteil den spätes Handeln bietet“, verlangt Herr. Ein Einwegpfand alleine oder eine freiwillige Selbstverpflichtung stärkt die ökologisch deutlich vorteilhafteren Mehrwegsysteme nicht nachhaltig. Die Lösung ist aus Sicht der SPÖ eine Pflichtmehrwegquote kombiniert mit einem clever gestalteten Einwegpfand.

Zwtl.: Wien als Mehrweg-Vorreiterin -Mehrwegflaschen die Norm

Die Stadt Wien setzt sich seit Jahren für die Nutzung von Mehrweggebinden ein – gegen den Widerstand des Bundes, des Handels und vieler ProduzentInnen. Die gesamte öffentliche Beschaffung der Stadt Wien wird bereits seit 1998 im Rahmen des – international mehrfach ausgezeichneten – Programms "ÖkoKauf Wien" nach klimafreundlichen und nachhaltigen Kriterien abgewickelt. Eingekauft wird von Büromaterial über Möbel bis hin zu Lebensmitteln so umweltfreundlich wie möglich. Selbstredend, dass auch beim Kauf von Getränken jenen in Mehrweggebinden der Vorzug gegeben wird. Da Mehrweggebinde deutlich weniger Ressourcen und Energie benötigen, ist das auch ein wichtiger Beitrag zur Klimamusterstadt Wien.

Zwtl.: Mehrwegbecher in Wien bei events verpflichtend

Auch wenn es um umweltfreundliche Veranstaltungen geht, hat Wien die Nase vor. Seit 2005 können Veranstaltungen als ÖKO-Event zertifziert werden. Ein Kriterium dafür ist unter anderem die Ausschank von Getränken aus Mehrweggebinden und/oder Schankanlagen und die Nutzung von Mehrwegbechern und -geschirr. 2011 wurde die Verpflichtung zu Mehrweggebinden bei Veranstaltungen im Wiener Abfallwirtschaftsgesetz festgeschrieben.

Mehr zu den Aktivitäten der Stadt unter

https://www.wien.gv.at/umweltschutz/oekokauf/

https://www.oekoevent.at/ (Schluss) up

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