NEOS zu Anschober: Rückblick in den gesundheitspolitischen Tunnelblick

Gerald Loacker: „Um Corona-Folgen niedrig zu halten, wurden bewusst Kollateralschäden in Kauf genommen. Der Blick für das große Ganze hat gefehlt.“

Wien (OTS) - „Natürlich ist es erfreulich, dass die Situation auf den Intensivstationen eine entspannte ist. Natürlich ist es sehr positiv, dass unser Gesundheitssystem die Krise gut gepackt hat. Doch um welchen Preis? Um die gesundheitlichen Folgen von Corona niedrig zu halten, wurden bewusst Kollateralschäden in sehr vielen anderen Bereichen der Gesundheit in Kauf genommen. Der Blick für das große Ganze hat gefehlt“, ist sich NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker sicher und verweist auf die unzähligen medizinischen Behandlungen und Untersuchungen, die aufgrund von COVID-19 nicht durchgeführt wurden. „Den Menschen wurde aus Angst, das System könnte komplett in sich zusammenfallen, bewusst ans Herz gelegt, sie mögen nicht in die Spitäler und nicht zum Arzt kommen, da man möglichst die Ressourcen für Corona-Fälle brauchen würde. So ist es schockierend, wenngleich auch nicht verwunderlich, dass 40 Prozent weniger Herzinfarkte in den Krankenhäusern aufgeschlagen sind, wie Kardiologen berichten. Die Leute haben sich schlichtweg nicht getraut, sich im Spital behandeln zu lassen. Das wird bei vielen anderen gesundheitlichen Beschwerden ähnlich gewesen sein.“

Gesundheitssystem nie Stresstest unterzogen

Es wäre klüger gewesen, so Loacker, hätte man schon vor der Krise genauer über die Belastbarkeit des österreichische Gesundheitssystem Bescheid gewusst: „Es ist ein großes Versäumnis, dass das Gesundheitssystem nie einem theoretischen Stresstest unterzogen wurde, um abzuschätzen, was geht und was nicht. Hätte man das z.B. in Form eines ausgefeilten Pandemieplans gemacht, so hätte man genau gewusst, dass eine ähnlich dramatische Situation wie in Italien nicht zu erwarten war.“ So sei die österreichische Spitalsversorgung der italienischen weit überlegen: mehr Personal, mehr Betten, viel besseres Qualitäts- und Hygieneniveau.

Viel offene Fragen

Erneut blieb der Gesundheitsminister auch bei dieser Pressekonferenz viele Antworten schuldig. Loacker: „Wie viele Schlaganfälle sind unerkannt geblieben, um die Intensivstationen nicht zu überlasten? Wie viel weniger Chemotherapien oder Hüftoperationen wurden im Vergleich zum Vorjahr durchgeführt? Was bedeutet das für die Gesundheit der Menschen und die ohnehin schon ewig langen Wartelisten? Wieso wurde der Eindruck vermittelt, dass der niedergelassene Bereich geschlossen wäre, was dort zu finanziellen Engpässen führte? Viele Fragen, auf die auch in dieser Etappe des PK-Marathons keine Antworten gefunden wurden.“

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