Vorzeitiger Mutterschutz bestes Instrument für Schutz Schwangerer im Pandemiefall

vida-Vondrasek: „Die derzeitige Situation ist für Betroffene eine psychische Belastung und untragbar“

Wien (OTS) - „Es vergeht eine Woche um die andere und die Politik schaut tatenlos zu, wie schwangere Frauen in Branchen mit Kunden- oder Patientenkontakt weiterhin einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind“, sagt Elisabeth Vondrasek, Bundes-Frauenvorsitzende der Gewerkschaft vida. „Egal ob sich Corona nun auf das ungeborene Kind überträgt oder nicht, es braucht den vorzeitigen Mutterschutz im Pandemiefall.“++++

Nachdem am Freitag die Gastronomie hochgefahren wird und vor zwei Wochen auch der Handel sowie Friseure im Land wieder durchstarteten, betreffe das Infektionsrisiko nicht mehr nur schwangere Beschäftigte in systemrelevanten Jobs, sondern generell alle werdenden Mütter in Beschäftigung, so Gewerkschafterin Vondrasek weiter: „Uns erreichen ständig Anrufe und Mails von besorgten Schwangeren und werdenden Vätern, die uns um Rat fragen und die nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.“ Es könnte nicht ernstgemeint sein, eine Kellnerin, die zum Beispiel in der 23. Woche schwanger ist, selbst mit Visier, bei steigenden Temperaturen, unmaskierte Gäste in einer gut gefüllten Gaststube bedienend, arbeiten zu lassen. „Die Situation, in der Betroffene gerade stecken, ist untragbar und eine enorme psychische Belastung“, so Vondrasek.

Die Gewerkschaft vida forderte im Zuge der Vorbereitung für das Hochfahren der österreichischen Gastronomie Visiere für Beschäftigte. „Das wurde von der Regierung auch angenommen, allerdings ist ganz klar, dass es für schwangere Mitarbeiterinnen natürlich auch im Tourismus besondere Schutzmaßnahmen braucht“, unterstreicht Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft vida, die Forderung der vida-Frauen.

Vondrasek weist darauf hin, dass es im Falle von Schwangeren um zwei Leben geht, um das der Mutter und das des ungeborenen Kindes. „Es ist traurig genug, dass man die beiden zu schützenden Leben extra erwähnen muss“, schließt sie.

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