Umweltdachverband: Gewässerrenaturierung ist Klimaschutz und schafft Arbeitsplätze in der Krisenzeit

- Neue BOKU-Studie belegt verheerenden Zustand von Flüssen und Bächen

Die Bundesregierung muss ökologisch sensible Fließgewässer schützen und die notwendigen Gelder für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen endlich flüssig machen
Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes

Wien (OTS) -

  • UWD fordert: 150 Mio. Euro im Umweltförderungsgesetz endlich flüssig machen

„Lebendige Fließgewässer und intakte Wasserkreisläufe sind nicht nur in Sachen Klimaschutz Schlüsselfaktoren. Sie sind für die Trinkwasserversorgung, für die Nahrungsmittelproduktion, als Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt auch als Erholungsräume für uns Menschen essenzielles Lebenselixier. Allerdings sind fast zwei Drittel unserer Fließgewässer in keinem guten ökologischen Zustand und müssen dringend saniert werden. Nur ein Prozent der Flüsse weisen noch Auen auf. Den kritischen Zustand der Gewässer bestätigt auch die heute vorgelegte BOKU-Studie, die im Auftrag des WWF entstanden ist, und die insbesondere das leise Sterben wertvoller Fließgewässerstrecken aufgrund massiver Verbauung vor allem durch Wasserkraftwerke analysiert. Die Bundesregierung muss ökologisch sensible Fließgewässer schützen und die notwendigen Gelder für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen endlich flüssig machen“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Investitionen in Gewässerrenaturierungen zahlen sich aus
Laut einer offiziellen Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungs- und Schutzwasserwirtschaft sowie der Gewässerökologie in Österreich sind die aus derartigen Investitionen rückfließenden Steuerbeträge wesentlich höher als die eingesetzten Bundesförderungsmittel. Kurzgesagt: „Investitionen in Gewässerrenaturierungen sind gerade in Zeiten der aktuellen Krise besonders attraktiv, denn sie sichern unsere Lebensquellen, schaffen wichtige Arbeitsplätze und bringen gleichzeitig Steuererträge. Außerdem zahlen sie auf die verpflichtenden Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Fließgewässer bis 2027 in einen guten oder sehr guten Zustand zu bringen, ein. Das in der vergangenen Woche verabschiedete Wasser-Konjunkturpaket des BMLRT ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss auch das seit Jänner 2018 in der Schublade liegende Umweltförderungsgesetz – das eine Finanzierung der notwendigen Renaturierungsmaßnahmen in Höhe von mindestens 150 Mio. Euro im Rahmen einer sechsjährigen Förderperiode vorsieht – hervorgeholt und umgesetzt werden. Das wäre eine Win-win-win Situation für Umwelt, Wirtschaft und Menschen und eine echte Erfolgsformel für die Krisenzeit!“, so Maier.

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