Änderung an der Spitze der Caritas Österreich: Generalsekretär Bernd Wachter wechselt zum Forum Katholischer Erwachsenenbildung

Nach über 10 Jahren verlässt Wachter die Caritas und wird Geschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung. Die Caritas sucht eine Nachfolge.

Wien (OTS) - Seit 2010 hat Bernd Wachter als Generalsekretär die Geschicke der Caritas in Österreich maßgeblich mitgestaltet und die kirchliche Hilfsorganisation als soziales Kompetenzzentrum für Menschen in Not professionalisiert und positioniert. Insbesondere als starke Stimme im Kampf gegen Armut und für eine Reform der Pflege hat er sich einen Namen gemacht. „Gerade durch die Corona-Krise kommen noch größere Herausforderungen auf uns zu. Mehr denn je braucht es den sozialen Zusammenhalt und eine Politik, die auf die Armen in unserem Land nicht vergisst.“, betont Wachter.

Caritas-Präsident Michael Landau: „Ich bedanke mich bei Bernd Wachter für seine hervorragende Arbeit in dieser zentralen Funktion über 10 Jahre hindurch. Innovative Projekte der Hilfe, ich denke etwa an die Lerncafés oder die Humanitären Aufnahmeprogramme für geflüchtete Menschen, konnten durch sein beharrliches Tun entwickelt oder österreichweit ausgerollt werden.“

Bernd Wachter hat mehr als 20 Jahre für die Caritas gearbeitet. 1997 wurde er zum Leiter der Abteilung „Kommunikation & Bildung“ der Caritas der Diözese Innsbruck bestellt. Nach einigen Jahren in leitender Funktion an einer Fachhochschule kehrte er zur Caritas zurück und wurde 2009 von der Konferenz der Caritas-DirektorInnen einstimmig zum Generalsekretär bestellt. „Er ist ein ausgezeichneter Netzwerker und hat die Caritas gegenüber den staatlichen und kirchlichen Stellen in exzellenter Weise vertreten. Vor allem aber hat er immer den Blick für die konkrete Notlage von Menschen bewahrt. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm alles Gute und Gottes Segen.“, so Michael Landau zum scheidenden Generalsekretär.

Professionelle Hintergrundarbeit

„In der Sozialpolitik geht es um das Bohren dicker Bretter. Da braucht es schon mal einen langen Atem – von den sozialpolitischen Debatten bis zur Umsetzung eines Projektes“, berichtet Wachter und er ergänzt: „Ich erinnere mich an die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung unter dem leider schon verstorbenen Sozialminister Rudolf Hundstorfer.“ Die Verländerung dieses zukunftsweisenden Gesetzes bedauert Wachter ausdrücklich, er hält dies für einen „sozialpolitischen Rückschritt“. Wachter weist außerdem auf die Entwicklung des Pflegefonds als eines der wichtigsten Projekte in seiner Zeit als Caritas Generalsekretär hin. „Der Pflegefonds ist aber viel zu klein gedacht. Im Bereich der Pflege stehen wirklich große Herausforderungen an. Auch wenn diese Themen durch Corona etwas in den Hintergrund geraten sind, hoffe ich auf rasche Lösungen für zu pflegende Menschen und deren Angehörige. Wir erleben jeden Tag, dass zu viele Menschen – vor allem Frauen – an der Grenze zur Überforderung stehen. Hier braucht es dringend mehr Entlastung und Unterstützung“, so Bernd Wachter.

Erfahrener Krisenmanager

Unter dem Management des scheidenden Generalsekretärs wurden zahlreiche innovative Projekte gestartet und die Caritas ist gleich auf mit dem Roten Kreuz die spendenstärkste Organisation in Österreich. Der Web-Shop „Schenken mit Sinn“, die Kampagne „WIR > ICH“ oder der Aufbau der Caritas Österreich Stiftung sind nur einige Meilensteine seiner Zeit als Generalsekretär der größten Hilfsorganisation in Österreich. „Wobei“, so Wachter, „all diese Innovationen immer nur mit fachlich versierten und engagierten MitarbeiterInnen erreicht werden konnten.“ Im Krisenmanagement bewährte sich Wachter vor allem in der Flüchtlingsnothilfe 2015 und 2016 und aktuell in der Bewältigung der Corona-Krise. Wachter gilt als ausgezeichneter Kenner der Sozialpolitik des Landes, als pointierter Kritiker sozialer Schieflagen und er ist ein gefragter Referent bei nationalen und internationalen Kongressen.

Wechsel in die kirchliche Erwachsenenbildung

Bernd Wachter folgt in seiner neuen Rolle als Bundesgeschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung auf Ernst Sandriesser, der vor kurzem zum Direktor der Caritas der Diözese Gurk-Klagenfurt bestellt worden ist. „Für das Forum ist Bernd Wachter ein Glücksgriff. Er ist ein überzeugter und offener Katholik, ein ausgezeichneter Kenner des kirchlichen Lebens und zugleich sehr erfahren in der Kooperation mit staatlichen Stellen,“ so Christian Kopf, Vorstandsvorsitzender des Forums Katholischer Erwachsenenbildung und Leiter des Bildungshauses Batschuns in Vorarlberg.

Die Bestellung von Bernd Wachter wurde vom Vorstand einstimmig beschlossen. Die Katholische Erwachsenenbildung ist in Österreich sehr gut positioniert. Sie ist mit über 30.000 Veranstaltungen und 700.000 BesucherInnen einer der größten Verbände in Österreich. „Gemeinsam mit dem zukünftigen Geschäftsführer möchten wir die kirchliche Erwachsenenbildung noch stärker positionieren und innovative Impulse setzen,“ so Christian Kopf weiter. „Mein ganz besonderer Dank gilt auch Ernst Sandriesser für seine Zeit als Bundesgeschäftsführer und die von ihm gesetzten Innovationen. Persönlich freue ich mich auch, dass wir künftig zwischen Wien und Vorarlberg im Dialekt sprechen können“.

Caritas Österreich sucht neue/n Generalsekretär/in

Der Abgang von Bernd Wachter erfolgt im gutem Einvernehmen mit der Caritas Österreich. „Die Caritas verliert mit Bernd Wachter einen versierten Mann, der die Caritas und die sozialpolitische Szene sehr gut kennt und viel bewirkt hat. Ich danke Bernd Wachter auch im Namen aller CaritasdirektorInnen für seinen Einsatz, den er nicht zuletzt durch sein versiertes Krisenmanagement in der Corona-Krise wieder unter Beweis gestellt hat.“, so Caritas-Präsident Michael Landau. Die Caritas Österreich wird demnächst in einer öffentlichen Ausschreibung eine/n Nachfolger/in für die wichtige Rolle des/der Generalsekretär/in suchen.

Bernd Wachter (51) ist gebürtiger Vorarlberger. Er ist Absolvent eines Doppelstudiums (Theologie, Geschichte und Religionspädagogik) an der Universität Innsbruck. Wachter ist ausgebildeter Erwachsenenbildner und Sozialmanager. Über viele Jahre war er Lehrbeauftragter u.a. an der Universität Innsbruck und auch als Journalist tätig. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Wien. Seine Bestellung zum Bundesgeschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung erfolgt mit 1. Oktober 2020.

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