Frauenring: Frauen brauchen in der Corona-Krise dringend mehr Unterstützung!

Aufstockung der Mittel für Fraueneinrichtungen auf 210 Millionen Euro zur Krisenbewältigung sofort notwendig

Wien (OTS) - Die Corona-Krise trifft Frauen ganz besonders hart: Allein von Mitte bis Ende März haben 88.000 Frauen ihre Arbeit verloren. Damit verbunden ist die Sorge, wie sie vom Arbeitslosengeld leben sollen. Denn das Arbeitslosengeld macht nur 55-60% des Einkommens aus. Besonders hart trifft es die vielen geringfügig Beschäftigten, die ihre Arbeit jetzt verlieren. Sie erhalten kein Arbeitslosengeld und keine finanzielle Unterstützung aus den Härtefall-Töpfen.

Obwohl bereits über 1 Million Menschen in Kurzarbeit arbeiten und knapp 7 Milliarden Euro dafür verplant sind, ist gänzlich unbekannt, wie viele Frauen diese bessere Absicherung erhalten. Es ist zu befürchten, dass wie in der Krise 2008 Frauen seltener davon profitieren werden.

Frauen müssen gerade das Unmögliche schaffen: Homecare, Homeschooling und Homeoffice. Während große Teile der Wirtschaft in den Stillstand versetzt wurden, ist der Arbeitsdruck bei Verkäuferinnen, Pflegerinnen, Reinigungskräften und in den systemrelevanten Produktionen angestiegen. Neben der Angst des höheren Ansteckungsrisikos sind sie mit fehlenden Betreuungsmöglichkeiten ihrer Kinder konfrontiert.

„Wir brauchen hier dringend geschlechtsspezifische Daten damit zielgerichtet die entsprechenden Maßnahmen gesetzt werden können. Davon hängt auch ab, welche Schritte notwendig sind, damit Frauen wieder Arbeit finden. Es kann nicht sein, dass Frauen, die den Großteil der unbezahlten Arbeit stemmen, von der Regierung im Stich gelassen werden“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Angesichts ihrer belastenden Situation wenden sich Frauen vermehrt mit ihren existentiellen Sorgen, ihrer psychischen Belastung an die telefonische Beratung von Fraueneinrichtungen in Österreich. Es sind Migrantinnen, Alleinerzieherinnen, junge Frauen, von Gewalt betroffene Frauen, 24-Stunden-Betreuerinnen, Sexarbeiterinnen, Frauen, die gekündigt wurden oder bereits arbeitslos sind.

„Der Bedarf an Beratungen zu den vielfältigen Problemlagen wird noch weiter steigen. Frauen brauchen mehr Unterstützung durch die Regierung, die gerade jetzt sehr viel Geld bereitstellt. Die Einrichtungen sind über Österreich regional verstreut, erreichen viele Frauen und leisten einen wichtigen Beitrag zu Bewältigung der Coronakrise. Damit sie nicht im Regen stehengelassen werden, braucht es eine sofortige Aufstockung der Mittel auf 210 Millionen Euro“, fordert Frieben abschließend.

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