• 28.04.2020, 11:15:04
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  • OTS0094

Finanzwissen in Österreich deutlich gestiegen

Nationalbank-Umfrage im Rahmen einer OECD-Studie zeigt Verbesserungen

Utl.: Nationalbank-Umfrage im Rahmen einer OECD-Studie zeigt
Verbesserungen =

Wien (OTS) - Als Teil einer weltweiten OECD-Studie zur finanziellen
Allgemeinbildung von Jugendlichen und Erwachsenen führte die
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) im Jahr 2019 eine repräsentative
Umfrage zu Finanzwissen und -verhalten in Österreich durch. Erste
Ergebnisse zeigen: Mehr als die Hälfte der rund 1.500 in Österreich
Befragten waren in der Lage, alle bzw. fast alle OECD-Wissensfragen
richtig zu beantworten.

In der österreichischen Erhebung wurden die sieben
Finanzwissensfragen der OECD um drei weitere Fragen ergänzt. Die
Ergebnisse der OeNB-Studie (Fessler, Jelovsek und Silgoner,
Finanzbildung in Österreich – Millennials im Fokus) zeigen, wie in
der Grafik zu sehen ist, dass ein Großteil der Befragten auf eher
einfache Fragen die richtige Antwort gibt, wie beispielsweise über
den Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag. Während die Meisten (89
%) wissen, dass eine hohe Inflation schnell steigende
Lebenserhaltungskosten bedeutet, ist einem Viertel der Befragten
nicht bewusst, dass man dadurch mit derselben Geldmenge nach einem
Jahr weniger kaufen kann. Etwa ein Drittel der Teilnehmenden versteht
die Auswirkungen von Wechselkursbewegungen auf Fremdwährungskredite
nicht. Die meisten Schwierigkeiten bereiteten die Fragen zu Konzepten
der Risikostreuung und Zinseszinsen.

Im Vergleich zur letzten Erhebungsrunde im Jahr 2014 hat das
Finanzwissen der österreichischen Bevölkerung allerdings signifikant
zugenommen. Im Jahr 2019 waren 28 % der Befragten in der Lage, alle
sieben OECD-Wissensfragen richtig zu beantworten, im Vergleich zu nur
19 % im Jahr 2014. Etwa drei Viertel der Befragten konnten mindestens
fünf Fragen – was die OECD als Mindestziel betrachtet – richtig
beantworten, während es 2014 noch 65 % waren.

Die Österreicherinnen und Österreicher agieren vorsichtig,
risikoscheu und vorausschauend, wenn es um ihre Finanzen geht. Sie
haben Vertrauen in das österreichische Finanzsystem und begrüßen
ethische Normen auf diesem Gebiet. Finanzinnovationen werden hingegen
noch mit Skepsis betrachtet.

Finanzielle Bildung ist in der durchgeführten Studie relativ
gleichmäßig über verschiedene Altersgruppen verteilt. Allerdings
unterscheiden sich 15- bis 38-Jährige in folgender Hinsicht von
älteren Personen: Sie verfügen über ein niedrigeres Niveau an
Finanzwissen, sind finanziell weniger organisiert und sie legen
risikoreicheres und weniger zukunftsorientierteres Verhalten an den
Tag. Dafür sind sie offener für Finanzinnovationen wie beispielsweise
digitale Zahlungsmittel.

Die OeNB richtet ihre Finanzbildungsmaßnahmen deshalb mit einem
umfassenden digitalen Angebot bereits an ganz junge Zielgruppen. Auf
der Finanzbildungsplattform www.eurologisch.at sind nicht nur
sämtliche bisher erstellten Materialien zu finden, sondern auch der
an die neueste Erhebung angepasste Wissenstest. Über die anonyme
Beantwortung eines kurzen Fragensets kann jede und jeder das
persönliche Finanzwissen mit den in Österreich erhobenen aktuellen
Daten vergleichen.

Zur Studie: Finanzbildung in Österreich – Millennials im Fokus:
https://www.oenb.at/Publikationen.html

Zu den Fragen/Antworten aus dem Wissenstest:
https://eurologisch.at/el/interaktive-anwendungen/wissenstest.html

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