- 31.03.2020, 15:08:16
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AUGE/UG-Paiha/Taibl: Neues Angebot der Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitsbereich unannehmbar
Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stundenwoche ist ein Muss. AUGE/UG warnt vor einem Abschluss und dessen negativen Folgen
Utl.: Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stundenwoche ist ein Muss.
AUGE/UG warnt vor einem Abschluss und dessen negativen Folgen =
Wien (OTS) - “Die MitarbeiterInnen im Sozial-, Gesundheits- und
Pflegebereich leisten Unglaubliches. Nicht nur in Zeiten der Krise,
aber auch und gerade jetzt”, so Stefan Taibl, Betriebsrat in einem
sozialpsychiatrischen Betrieb, Vertreter der AUGE/UG – Alternativen,
Grünen und Unabhängigen GewerkschafteInnen im
Kollektivvertragsgremium der Gewerkschaft. “Allen ist klar, dass die
Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten unzumutbar sind, dass Löhne
bezahlt werden, die zum Leben nicht reichen. Aber die Arbeitgeber und
die Politik rühren kein Ohrwaschel, um das zu verbessern. Die
Forderung der Gewerkschaft nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35
Stunden pro Woche würde mit einem Schlag Löhne und
Arbeitsbedingungen verbessern.”
“Das neue Angebot der Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitsbereich
ist eine unannehmbare Frechheit. So schlagen die Arbeitgeber eine
Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent vor und ab 1.1.2021 sollen
die Löhne und Gehälter nur noch um die durchschnittliche
Inflationsrate von November 2019 bis Oktober plus 0,6% angehoben
werden. Eine Arbeitszeitverkürzung von gerademal einer Stunde soll ab
1.1.2022 kommen. Die nächsten Verhandlungen sollen überhaupt erst
wieder im Herbst 2022 für das Jahr 2023 stattfinden –
“Drei-Jahres-Pakt” nennen das die Arbeitgeber”, empört sich Klaudia
Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG. Die Arbeitgeber hätten die
Pandemie - eine Zeit, wo die Beschäftigten im Sozial- und
Gesundheitsbereich keinen Arbeitskampf führen können - schamlos
ausgenutzt.
“Wenn die Gewerkschaft das jetzige Angebot annimmt, wären drei Jahre
des Arbeitskampfes, der Vorbereitungen, der Verhandlungen und Streiks
verloren gegangen. Das wäre eine Bankrotterklärung”, so Taibl
Die MitarbeiterInnen im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich
kümmern sich um die gefährdeten Gruppen genauso wie um die
Erkrankten. Mit Risiko für die eigenen Gesundheit, mit aller
Flexibilität, die diese Betreuung gerade jetzt erfordert. “Wir sind
da und einsatzbereit, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Wir
lassen die Menschen nicht im Stich, so gehen zum Beispiel
MitarbeiterInnen im Behindertenbereich freiwillig mit in Quarantäne,
um ihre KlientInnen weiter zu versorgen. Aber die Arbeitgeber und die
Politik lassen diese Menschen im Stich. Die Politik lobt zwar unseren
Einsatz, spendet Applaus, aber zur konkreten Verbesserung der
Arbeitsbedingungen trägt sie nichts bei. Vom Applaus können die
Beschäftigten keine Lebenshaltungskosten zahlen!”, so Taibl
abschließend.
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