Blühendes Österreich: Wie das Coronavirus den Naturschutz und den Umweltbildungsbereich in die Krise stürzt

Trostspender für viele Menschen inmitten der Krise ist die Natur. Doch genau jene Personen, die uns diese näherbringen, sind von existenzbedrohenden Einnahmeverlusten betroffen.

Die Unsicherheit bei den Naturvermittler*innen ist groß und viele haben existentielle Sorgen. Wir versuchen derzeit alle Betroffenen so gut wie möglich zu betreuen und die Möglichkeiten einer Entschädigung zu prüfen. So oder so ist der Schaden aber groß
Andreas Kupfer, Naturschauspiel
Derzeit sind praktisch alle Programme, die ja größtenteils im Outdoorbereich durchgeführt werden, abgesagt. Diese Absagen erstrecken sich bis teilweise in den Frühsommer hinein. Betroffen sind insbesondere Bergsportführer und Sportkletterlehrer aber auch Umweltpädagogen, Sozialpädagogen und andere Fachexperten. Ähnliches gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreicher Kletterhallen, Schutzhütten und Sektionsgeschäftsstellen. Mit großer Sorge blicken wir auf die Sommersaison und die bevorstehende Öffnung der Alpenvereinshütten.
Robert Renzler, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins
Für Waldpädagog*innen bedeuten die derzeitigen Maßnahmen schlichtweg eine Katastrophe, da die Ausgangsbeschränkungen in die intensivste Arbeitsphase fallen und die Stornierungen von Waldausgängen bis zum Sommer zu einem totalen Verdienstausfall führen.
Elisabeth Johann, Vizepräsidentin Verein Waldpädagogik in Österreich
Die Erlebbarkeit der österreichischen Nationalparks bei geführten Rangertouren ist derzeit natürlich nicht möglich. Das bedeutet immense Einkommensverluste für die Ranger und fehlende Naturerlebnisse für unsere Besucher. Um ein Minimum an Natur erlebbar zu machen, stellen wir Kurzvideos ohne Inszenierung aus dem Nationalpark ins Netz.
Volkhard Maier, Direktor Nationalpark Kalkalpen
Die notwendigen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen bedeuten im Umkehrschluss, dass dieser Sektor ebenfalls finanzielle Unterstützung braucht
Ronald Würflinger, Geschäftsführer Blühendes Österreich
Unsere Stiftungsarbeit geht natürlich weiter. Wir arbeiten intensiv daran, so effektiv wie möglich auf die Krise zu reagieren. Wir müssen gerade jetzt sicherstellen, dass wir weiterhin in unsere Natur und somit in unsere Zukunft investieren. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, die im Einklang mit den Ressourcen der Natur lebt. Damit bleiben kann, was uns lieb und wichtig ist.
Ronald Würflinger, Geschäftsführer Blühendes Österreich

Wien (OTS) - Wir befinden uns in einer schwierigen Situation: Die Maßnahmen rund um das Coronavirus betreffen unsere Familien, unsere Arbeit und unser Miteinander. Viele Österreicher*innen suchen deshalb in dieser herausfordernden Zeit Zerstreuung in der Natur. Trostspender, Lebensraum und das, was noch bleibt, wenn die Welt stillsteht. Doch auch in der Coronavirus-Krise sind Umweltschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit drängende Probleme unserer Zukunft. Gerade jetzt muss der Einsatz für Naturschutz, Artenvielfalt, Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft weitergehen, denn die Aufgaben in diesem Bereich sind noch lange nicht getan.

Tausende im Natursektor tätige Menschen von der Coronavirus-Krise schwer betroffen

Stillstand herrscht auch im Natur- und Umweltbildungsbereich sowie im Naturtourismus. Tausende Veranstaltungstermine für die kommenden Wochen und Monate mussten abgesagt werden, sowohl im schulischen, als auch im außerschulischen Bereich. Davon betroffen sind rund 150 Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Biodiversität, Alpin- und Wanderbereich, Land- und Forstwirtschaft, Wald, Jagd, Wasser, Fischerei sowie Klima und Umwelt generell. Geschätzte 5.000 selbstständige Natur- und Umweltpädagog*innen, Berg-, Landschafts- und Wanderführer*innen, Naturschutzakteure und andere müssen existenzbedrohende Einkommensverluste hinnehmen.

„Die Unsicherheit bei den Naturvermittler*innen ist groß und viele haben existentielle Sorgen. Wir versuchen derzeit alle Betroffenen so gut wie möglich zu betreuen und die Möglichkeiten einer Entschädigung zu prüfen. So oder so ist der Schaden aber groß“, zeigt sich Andreas Kupfer von Naturschauspiel besorgt.

Massiv betroffen ist auch der Österreichische Alpenverein, so Robert Renzler, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins: „Derzeit sind praktisch alle Programme, die ja größtenteils im Outdoorbereich durchgeführt werden, abgesagt. Diese Absagen erstrecken sich bis teilweise in den Frühsommer hinein. Betroffen sind insbesondere Bergsportführer und Sportkletterlehrer aber auch Umweltpädagogen, Sozialpädagogen und andere Fachexperten. Ähnliches gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreicher Kletterhallen, Schutzhütten und Sektionsgeschäftsstellen. Mit großer Sorge blicken wir auf die Sommersaison und die bevorstehende Öffnung der Alpenvereinshütten.“

Das Dilemma von Werkverträgen und Saisonabhängigkeit

Wie in vielen anderen Branchen trifft es vor allem die selbstständigen oder mit Werkvertrag tätigen Personen, unter ihnen besonders viele Frauen. Die Tätigkeit im Natur- und Umweltbildungsbereich ist ein wesentlicher Teil ihres Einkommens, der nun wegfällt und zu existenzbedrohenden Zuständen führt – neben der Tatsache, dass die Hauptsaison ohnehin sehr kurz, nämlich von April bis Anfang Juli, ist. Viele können nur mehr auf Unterstützung aus dem Hilfsfonds der Regierung hoffen.

Beunruhigt ist deshalb auch Elisabeth Johann, Vizepräsidentin vom Verein Waldpädagogik in Österreich: „Für Waldpädagog*innen bedeuten die derzeitigen Maßnahmen schlichtweg eine Katastrophe, da die Ausgangsbeschränkungen in die intensivste Arbeitsphase fallen und die Stornierungen von Waldausgängen bis zum Sommer zu einem totalen Verdienstausfall führen.“

Volkhard Maier, Direktor des Nationalpark Kalkalpen, ist wie derzeit viele andere bemüht, zumindest virtuelle Alternativen anzubieten. „Die Erlebbarkeit der österreichischen Nationalparks bei geführten Rangertouren ist derzeit natürlich nicht möglich. Das bedeutet immense Einkommensverluste für die Ranger und fehlende Naturerlebnisse für unsere Besucher. Um ein Minimum an Natur erlebbar zu machen, stellen wir Kurzvideos ohne Inszenierung aus dem Nationalpark ins Netz.“ Dass sich das Erlebnis Natur aber nicht so einfach ins Wohnzimmer holen lässt, betonen alle Betroffenen.

Finanzielle Unterstützung auch im Natursektor ein Muss

Am meisten betroffen sind also diejenigen Menschen, die sich auch am meisten für Natur- und Umweltschutz, Wissensvermittlung und einen nachhaltigen Lebensstil einsetzen. Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung kooperiert mit rund 80 Organisationen und macht mehr als 5.000 Veranstaltungen pro Jahr auf der Plattform Naturerlebnisse mit dem Veranstaltungskalender zugängig. „Die notwendigen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen bedeuten im Umkehrschluss, dass dieser Sektor ebenfalls finanzielle Unterstützung braucht“, gibt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, zu bedenken. „Unsere Stiftungsarbeit geht natürlich weiter. Wir arbeiten intensiv daran, so effektiv wie möglich auf die Krise zu reagieren. Wir müssen gerade jetzt sicherstellen, dass wir weiterhin in unsere Natur und somit in unsere Zukunft investieren. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, die im Einklang mit den Ressourcen der Natur lebt. Damit bleiben kann, was uns lieb und wichtig ist.“

Die Stiftung Blühendes Österreich bedankt sich bei allen Österreicher*innen, die inmitten der Corona-Krise die Stellung halten und unermüdlich die tägliche Versorgung und das Funktionieren aller relevanten Bereiche aufrechterhalten - insbesondere die Mitarbeiter*innen ihrer Stifterin der REWE International und ihrer Handelsfirmen.

Über Blühendes Österreich

Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung setzt sich für die heimische Artenvielfalt und Naturschutz ein. Im Rahmen des mit BirdLife Österreich entwickelten Naturschutzprogramms FLORA und des größten heimischen Naturschutzpreises „Die Brennnessel“ unterstützt Blühendes Österreich aktuell österreichweit rund 200 landwirtschaftliche Betriebe, Naturschutzorganisationen und Gemeinden in ihrer Naturschutzarbeit. Natur- und Umweltbildungsprojekte wie die Schmetterlingsapp „Schmetterlinge Österreichs“ und das Naturerlebnis Portal sind weitere wichtige Bereiche der Stiftung. Im Naturerlebnis Portal bündelt Blühendes Österreich mehr als 80 Organisationen mit rund 5.000 Naturveranstaltungen pro Jahr. Mehr unter: www.bluehendesoesterreich.at

Naturerlebnis Portal von Blühendes Österreich
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Rückfragen & Kontakt:

Mag. Silvie Bergant,
Leitung Kommunikation Blühendes Österreich,
+43 676 711 74 50, s.bergant@bluehendesoesterreich.at

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