Offener Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz: Massive Existenzbedrohung für die österreichische Veranstaltungswirtschaft

Massive Existenzbedrohung für die österreichische Veranstaltungswirtschaft - Soforthilfen zur Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen notwendig!

Wien (OTS) - Der Erlass des Gesundheitsministeriums vom 11.3. zur Eindämmung des Coronavirus verhindert per sofort die Durchführung nahezu aller Veranstaltungen in Österreich und hat einer gesamten Branche die Existenzgrundlage entzogen.

Die österreichische Veranstaltungswirtschaft besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen in den Bereichen Veranstaltungstechnik, Locations, Catering, Messebau, Security, Moderatoren, Künstler, Kongress-, Messe-, Kultur- und Sportveranstalter, digitaler Eventdruck, Personalbereitsteller, Hotellerie und Eventagenturen. In Summe erwirtschaftet der Wirtschaftszeig Event nicht weniger als 8,9 Milliarden Euro Wertschöpfung und damit fast 3% des BIPs. Betroffen sind 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was rund 3,4% aller Erwerbstätigen im Land entspricht. (Quelle: Studie IHS 2017).

Die hohe Absagequote, der massive Rückgang von neuen Aufträgen sowie die nicht abzusehende Entwicklung in den kommenden Monaten treffen die Eventbranche sowie die damit direkt und indirekt verbundenen Unternehmen und Selbstständigen unmittelbar und mit voller Wucht. Anders als in anderen Branchen beträgt der Beauftragungsvorlauf in der Veranstaltungswirtschaft oftmals nur wenige Wochen. Aufgrund der unklaren Lage erfolgen derzeit nahezu keine Beauftragungen, die weitere Planung ist unmöglich. Auch die teilweise Verschiebung von Veranstaltungsterminen in den Sommer oder Herbst kann den Ausfall aktueller Umsätze und Erträge aufgrund begrenzter Ressourcen nicht kompensieren. Die Gesamthöhe des Schadens ist aktuell nicht absehbar.

In noch keiner der vorangegangenen Krisen waren die Auswirkungen für die Veranstaltungswirtschaft so drastisch. Die Fortführung zahlreicher Unternehmen ist nicht mehr möglich.

Natürlich unterstützen wir alle Maßnahmen, die für das Wohl der österreichischen Bevölkerung notwendig sind. Gleichzeitig appellieren wir an die verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, unmittelbar notwendige Maßnahmen zur Sicherung von Liquidität und Überbrückungsfinanzierungen für die betroffenen Unternehmen zu ergreifen.

Die Lage ist dramatisch. Um massenweise Konkurse und Insolvenzen abzuwenden, ist schnelles Handeln mit kurzfristig wirksamen Lösungen und Soforthilfen notwendig:

Um nachhaltig Arbeitsplätze in einer zu 80% von Personalkosten getriebenen Branche zu sichern, ist eine sofortige Stärkung der Liquidität in der unmittelbar betroffenen Veranstaltungsbranche nötig. Wir wollen unser Personal nicht massenweise in die staatliche Verantwortung entlassen und ersuchen daher dringend um unmittelbare Unterstützung durch die

befristete Aussetzung sämtlicher Lohnnebenkosten rückwirkend mit 01.03.2020. Die ArbeitnehmerInnen erhalten ihr Netto-Gehalt wie bisher ausbezahlt.

Die Unterzeichnenden stehen jederzeit für weiterführende Erläuterungen, Diskussion und Beratung der Vorschläge und Forderungen zur Verfügung, um existenziellen Schaden für alle in der Veranstaltungswirtschaft tätigen Unternehmen und Menschen abzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen

emba – Event Marketing Board Austria
VAMP Verband Ambient Media Promotion & DOOH Österreich
namens zahlreicher Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft

(Den Original-Brief mit den Unterschriften aller unterstützenden Unternehmen finden Sie als Anlage anbei.)

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