• 28.02.2020, 10:06:49
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  • OTS0049

Ärztefunkdienst 141 bereit für Corona-Einsatz in Wien

Vereinbarung zwischen Ärztekammer, Stadt Wien und KAV: Patienten mit Corona-Infektionsverdacht werden vom Ärztefunkdienst 141 zu Hause getestet und betreut

Utl.: Vereinbarung zwischen Ärztekammer, Stadt Wien und KAV:
Patienten mit Corona-Infektionsverdacht werden vom
Ärztefunkdienst 141 zu Hause getestet und betreut =

Wien (OTS) - „Der Ärztefunkdienst 141 der Ärztekammer für Wien
intensiviert ab sofort aufgrund der Corona-Krise seine Tätigkeiten.
Seit heute, Freitag, 7.00 Uhr, übernimmt der Ärztefunkdienst 141 mit
einem ‚Mobile Home Sampling Team‘ die Erstdiagnose und die
Erstbetreuung sowie alle weiteren nötigen Hausbesuche von
Corona-Verdachtsfällen in Wien – 24 Stunden täglich, sieben Tage die
Woche“, verkündete Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für
Wien, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, dem medizinischen Direktor des
Krankenanstaltenverbunds (KAV) Michael Binder, dem Vizepräsidenten
der Ärztekammer für Wien Johannes Steinhart und Andreas Krauter,
leitender Arzt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). ****

„Mein Dank gilt dabei einerseits allen Ärztinnen und Ärzten, die
sich bereit erklärt haben, für den Ärztefunkdienst 141 diese Dienste
neben ihren Tätigkeiten in Ordinationen oder Spitälern zu übernehmen.
Andererseits danke ich natürlich auch allen Beteiligten seitens der
Stadt Wien, des KAV und der ÖGK, dass wir es gemeinsam geschafft
haben, innerhalb kürzester Zeit diesen Notfallplan zu organisieren“,
so Szekeres weiter. Insgesamt haben sich bereits 200 Ärztinnen und
Ärzte beim Ärztefunkdienst 141 gemeldet, die bereit sind, im Rahmen
dieser Aktion Dienste zu versehen.

Rund um die Uhr im Einsatz

Oberstes Ziel ist es, Infektionen bei allen Wienerinnen und
Wienern grundsätzlich zu vermeiden und Menschen mit
Infektionsverdacht von Ordinationen und Spitalsambulanzen
fernzuhalten, um Infektionen von weiteren Patientinnen und Patienten,
Ärztinnen und Ärzten sowie dem übrigen Ordinations- und
Spitalspersonal bestmöglich zu vermeiden.

„Dafür sind wir beinahe rund um die Uhr im Austausch mit allen
zuständigen Behörden. So wurde unter anderem bereits vor zwei Tagen
ein mit dem KAV und dem Gesundheitsdienst der Stadt Wien abgestimmtes
Plakat elektronisch an alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in
mehreren Sprachen versandt, das schon vor Eintritt in die Ordination
Patientinnen und Patienten aufklärt, wie sie sich im
Corona-Verdachtsfall zu verhalten haben“, erklärte
Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Neben den Hausbesuchen der Ärztinnen und Ärzte des
Ärztefunkdiensts 141 stehen ab sofort auch in der
Ärztefunkdienst-Telefonzentrale Ärztinnen und Ärzte 24 Stunden für
telefonische Beratung sowie einen telefonischen Corona-Erstcheck
bereit. Steinhart: „Im Corona-Verdachtsfall sollen Patientinnen und
Patienten die Notfallnummer 1450 wählen. Dort werden sie mit den
diensthabenden Ärztinnen und Ärzten des Ärztefunkdiensts 141
verbunden, und der Notfallplan startet.“

Der aktuelle Notfallplan

- Durch die Ärztinnen und Ärzte des Ärztefunkdiensts 141 erfolgt dann
telefonisch ein medizinisch-wissenschaftlicher „Abfragebaum“ als
Erstcheck: Welche Symptome beschreiben die Patientinnen und
Patienten? Waren sie in einer von Corona stark betroffenen Region
(Festland China, Iran, Japan, Hongkong, Singapur, Südkorea sowie die
italienischen Provinzen Lombardei, Venetien, Piemont und
Emilia-Romagna)? Hatten sie Kontakt mit tatsächlich am Corona-Virus
Erkrankten? Es wird telefonisch abgeklärt, ob die Anruferinnen und
Anrufer tatsächlich vom Corona-Virus betroffen sein könnten oder
nicht.

- Ist keine Gefährdung gegeben, sollten die Patienten wie gewohnt
ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt aufsuchen, so wie bei anderen
Erkrankungen auch – etwa Erkältungen, grippalen Infekten et cetera.

- Wird auf Basis der telefonischen Abklärung der Verdacht auf eine
Infektion festgestellt, wird das „Mobile Home Sampling Team“ des
Ärztefunkdiensts 141 aktiviert.

- Im ersten Schritt erfolgt ein Hausbesuch mit einer vom KAV zur
Verfügung gestellten Schutzausrüstung durch den Ärztefunkdienst 141.
Es wird ein Abstrich gemacht, die Proben werden gesammelt und dreimal
täglich von der MA 15 übernommen. Die Probenauswertung erfolgt
ebenfalls dreimal täglich in der Österreichischen Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

- Die AGES übermittelt die Befunde an den Gesundheitsdienst der Stadt
Wien (MA 15) sowie den Ärztefunkdienst. Im Falle eines negativen
Befunds informiert der Ärztefunkdienst die Patientinnen und
Patienten, im Falle eines positiven Befunds erledigt diese Aufgabe
die MA 15.

- Die Nachbehandlung von positiv getesteten Patientinnen und
Patienten, die aufgrund ihres Gesundheitszustands zu Hause verbleiben
können und nicht hospitalisiert werden müssen, wird vom
Ärztefunkdienst 141 übernommen.

- Vorgesehen sind Sechs- beziehungsweise Zwölf-Stunden-Schichten
durch die Ärztinnen und Ärzte des Ärztefunkdiensts 141. Während des
Tages sind zwei Ärztinnen und Ärzte im Einsatz, plus ein Laborauto,
das die Abstriche ins Labor bringt. Während der Nacht ist ein
Funkdienstauto und das Laborauto unterwegs. Die Ärztekammer hat aber
Vorsorge getroffen, im Bedarfsfall weitere Autos sowie Ärztinnen und
Ärzte einzusetzen.

- Für die Testung/Abstrich einer Patientin/eines Patienten sind in
etwa 30 Minuten zu veranschlagen. Pro Tag können somit von einer
Schicht zumindest 50 solcher Tests/Abstriche durchgeführt werden.

- Im gegebenen Fall können sowohl Krankmeldungen als auch Rezepte
durch den Ärztefunkdienst 141 ausgestellt werden. (hpp/bs)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW

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