- 27.02.2020, 11:01:43
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KIV/UG: „Pflege ist nicht gleich Pflege!“
Konsequente Interessenvertretung solidarisiert sich mit Pflegepersonen im Privatbereich und unterstützt ihre Forderung nach Arbeitszeitverkürzung.
Utl.: Konsequente Interessenvertretung solidarisiert sich mit
Pflegepersonen im Privatbereich und unterstützt ihre Forderung
nach Arbeitszeitverkürzung. =
Wien (OTS) - „Die Angehörigen des Pflegeberufes im unteren
Tätigkeitsfeld erfahren jede Minute seelische und körperliche
Überlastung. Eine Arbeitszeitreduktion auf 35 Stunden pro Woche kann
daher nur der erste Schritt in die richtige Richtung sein“, bestätigt
Biju Onatt, Sprecher der KIV/UG – Konsequente Interessenvertretung
der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der Younion im Bereich Wiener
Krankenanstaltenverbund (KAV). Abhängig von dem Umfeld, in dem Pflege
stattfindet, hat jede/r eine andere Vorstellung davon, wie sie
aussehen soll. Die Gründe, warum heute immer weniger Menschen diesen
Beruf wählen, sind allerdings oft dieselben.
Zwt.: Schaffung von gesunden Arbeitsbedingungen ist Aufgabe der
Politik
„Jede Organisation in dieser Branche hat nicht erst einmal die
unerträglichen Arbeitsbedingungen in der Pflege kritisiert.
PolitikerInnen sind da nicht ausgenommen. Sobald sie aber in der
Regierung und somit in der Verantwortung sind, wird die eigene
Forderung nicht mehr umgesetzt“, kritisiert Onatt, der selbst
diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger ist. „Es ist fünf vor
Zwölf. Unsere KollegInnen, die sich bereits aus der Gesundheits- und
Krankenpflege verabschiedet haben, sollen zurückgeholt werden. Mit
einer besseren Entlohnung alleine ist es in der heutigen Zeit
allerdings kaum mehr möglich, sie wieder in den ursprünglichen Beruf
einzugliedern. Das wird nur noch in Verbindung mit einer Reduktion
der Arbeitsbelastung funktionieren“, appelliert Onatt.
Zwt.: Zu geringes Mitspracherecht minimiert Zufriedenheit
„Jeder und jede an der Basis weiß, wie anstrengend der ständige
Zeitdruck ist. Wenn unser Pflegepersonal pro Pflegehandlung nur eine
Minute mehr hätten, wäre die Arbeit erträglicher“, weiß Biju Onatt.
Rückmeldungen der Betroffenen gelangen aber leider nicht bis in die
oberste Führungsebene. Die jeweiligen Pflegeleitungen könnten dabei
zu einer höheren Zufriedenheit beitragen. „Dazu muss vor allem die
Umgangsart mit dem Basispersonal überdacht werden. Bemerkungen wie
„Deine Kinder interessieren uns nicht“, oder „Wenn es dir nicht
passt, dann kannst du ja gehen – draußen warten Andere“ sind
kontraproduktiv, kritisiert Onatt.
Zwt.: Seelische Gesundheit ist die Voraussetzung!
„Anders als in sonstigen Berufen ist die seelische Gesundheit das
primäre Arbeitsmittel in der Pflege. Daher muss dieser Faktor
sorgfältig gepflegt werden. Da spielen die Verantwortlichen in der
Führung bzw. in der Politik eine wesentliche Rolle“, stellt Onatt
fest.
Daher unterstützt die KIV/UG die Forderung nach
Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Gehalt in
sozialen Berufen mit KlientInnenkontakt und im Pflegebereich mit
PatientInnenkontakt.
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