• 26.02.2020, 18:17:29
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  • OTS0206

Erdbeben Albanien: Auch drei Monate danach noch dringend Hilfe gebraucht

Nach dem verheerenden Erdbeben beginnt die Wiederaufbauphase. Die Caritas half in der Akutphase und wird im kommenden Jahr Hilfe für 8.000 der schwer getroffenen Menschen ermöglichen.

Utl.: Nach dem verheerenden Erdbeben beginnt die Wiederaufbauphase.
Die Caritas half in der Akutphase und wird im kommenden Jahr
Hilfe für 8.000 der schwer getroffenen Menschen ermöglichen. =

Wien (OTS) - Fotos gratis zum Download:
https://wolke.caritas-wien.at/index.php/s/Albanien3Monate

„Wenn man heute durch die Straßen der Region geht, sieht man überall
Geröllmassen der eingestürzten oder abgerissen Häuser und immer
wieder liegen dort Blumensträuße, die an die Menschen erinnern, die
beim Einsturz ums Leben gekommen sind. Dazwischen hier und da ein
Haus mit einem gelben X, diese sollen repariert werden.“, berichtet
Caritas Nothilfe-Koodinator, Tobias Nölke, aus Albanien und weiter:
„Viele Menschen machen sich Sorgen, wie lange es dauernd wird, bis
wieder Normalität einkehrt.“
Im November des Vorjahres forderten eine Reihe schwerer Erdbeben
(Richterskala: 6,4), rund um die albanische Küstenstadt Durres und
die Kleinstadt Thumana, 51 Todesopfer und über 900 Verletzte. 17.0000
Menschen verloren über kurz oder lang ihr Zuhause. 11.490
Wohneinheiten wurden komplett zerstört, tausende Gebäude sind schwer
beschädigt.

Viele Menschen leben noch in Zelten

Ein Teil der Betroffenen kann derzeit in Übergangswohnungen leben und
erhält dafür einen Mietzuschuss. Viele Menschen können dies aus
bürokratischen Gründen nicht oder bleiben aus anderen Gründen in der
Nähe ihrer beschädigten Häuser.
Aus Angst vor Plünderungen oder weil sie als Kleinbauern ihre Tiere
versorgen müssen, leben viele Familien in Zelten vor ihren Häusern.
Teilweise können die Menschen vorläufig bei Verwandten unterkommen.
In Notunterkünften und Hotels ist mittlerweile niemand mehr
untergebracht. Oftmals ist es so, dass die betroffenen Familien in
weniger zerstörten Räumen von teilweise eingestürzten Häusern
schlafen. Sie wählen die gefährlichen Provisorien, denn im Zelt ist
es nicht nur nass, auch Ungeziefer, Schlangen und wilde Hunde machen
das Leben im Zelt vor allem für Kinder gefährlich.

Internationale Gemeinschaft beschließt 1,15 Milliarden Euro
Hilfe

Wie prekär die Lage ist wurde auch bei der Geberkonferenz vergangene
Woche in Brüssel klar. Die internationale Gemeinschaft beschloss den
Wiederaufbau mit 1,15 Milliarden Euro zu unterstützen. Mehr als die
Hälfte der insgesamt zugesagten Mittel werden von der Europäischen
Union und ihren Mitgliedstaaten sowie der Europäischen
Investitionsbank bereitgestellt. Die öffentliche Infrastruktur soll
so schnellstmöglich wiederhergestellt werden. Das Krankenhaus in Lac
ist beispielsweise bereits geräumt und wartet auf den Abriss. Die
Notaufnahme ist derzeit im ehemaligen Tageszentrum für Menschen mit
Behinderung, welches die Caritas St. Pölten unterstützt,
untergekommen.

So hilft die Caritas

Die Soforthilfeaktivitäten gehen nun in die Wiederaufbauphase über.
In den kommenden 12 Monaten werden 8.000 Menschen in Albanien
Unterstützung durch die Caritas erhalten. Besonders benachteiligte
und von Armut betroffene Familien, Menschen mit Behinderung, Alten
und Kranken wird die Hilfe der Caritas zugutekommen. Menschen, die
kaum Unterstützung vom Staat bekommen, sind ebenfalls auf die Hilfe
der Caritas oder anderen Hilfsorganisationen angewiesen. 58
Wohnhäuser sollen wieder Instand gesetzt werden. Bargeldhilfen werden
an besonders arme Familien ausgezahlt; beispielsweise um die Miete zu
bezahlen oder Saatgut kaufen zu können.
Das Erdbeben und die hunderten Nachbeben haben die Menschen auch
psychisch schwer belastet, daher wird die Caritas die Menschen durch
psychosoziale Unterstützungsangebote begleiten. Für Kinder werden
verschiedene Animationsaktivitäten angeboten. Ebenso sollen
Schulkinder besser darauf vorbereitet werden, wie sie sich im
Katastrophenfall verhalten sollten. „Gerade Kinder sind in
Krisensituationen schwer belastet. Die oft selbst traumatisierten
Eltern können nicht immer alle Bedürfnisse erfüllen. Wir lassen die
Familien in diesen schweren Zeiten nicht im Stich.“, so Andreas
Knapp, Generalsekretär Internationale Programme der Caritas
Österreich, „diese Hilfe ist auch dank der großen Solidarität der
Österreicherinnen und Österreicher möglich. Herzlichen Dank!“

Caritas Spendenkonto

BAWAG PSK IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004
BIC: OPSKATWW
Kennwort: Erdbeben Albanien
www.caritas.at

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