Bundesjugendvertretung: Keine intransparente Vergabepolitik auf Kosten des Jugendbereichs!

Die BJV warnt davor, dass die Verwaltung der gesamten Erasmus+ Fördergelder in Österreich ohne Ausschreibung in den formalen Bildungssektor wandern könnte.

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) zeigt sich hinsichtlich der Neuvergabe der Erasmus+-Förderverwaltung in Österreich alarmiert: „Ab 2021 läuft eine neue 7-jährige Programmschiene für das EU-Programm Erasmus+ an. Derzeit wird entschieden, welche Stelle in Österreich künftig für die Fördervergabe für den non-formalen Jugendbereich zuständig sein wird. Wie uns soeben bekannt wurde, soll die Verwaltung der gesamten Fördergelder ohne Ausschreibung direkt an eine neue Stelle vergeben werden“, zeigt BJV-Vorsitzende Isabella Steger auf.

Die BJV geht davon aus, dass diese Funktion gesammelt im formalen Bildungssektor verankert sein wird, anstatt wie bisher in einer eigenen Jugendagentur.

Transparente Vergabe gefordert

„Wir wollen eine saubere Lösung und fordern Jugendministerin Aschbacher und Bildungsminister Faßmann auf, eine transparente Ausschreibung für die Vergabe der Erasmus+ Förderverwaltung durchzuführen. Dabei soll die Stelle den neuen Auftrag bekommen, die sich am besten dafür qualifiziert und die Zugang zum gesamten Jugendbereich hat. Der Jugendbereich darf nicht einer intransparenten Vergabepolitik zum Opfer fallen“, hält Steger fest.

Projektvielfalt aufrechterhalten

Erasmus+ ist ein EU-Programm, das vor allem für kleine Vereine und Kinder- und Jugendorganisationen wichtig ist, um vielfältige Projekte mit jungen Menschen finanzieren zu können. „Durch Erasmus+ werden für junge Menschen Mobilität und interkulturelle Erfahrungen, länderübergreifende Zusammenarbeit und Beteiligungsprozesse auch abseits von Schule und Universitäten ermöglicht. Dieser Bereich darf künftig nicht untergehen“, erklärt Steger.

Gerade für kleine Vereine, Organisationen und Jugendinitiativen ist dieses EU-Programm wichtig, um Projekte mit jungen Menschen umsetzen zu können. „Es ist wichtig, dass auch bei der künftigen Verwaltung des EU-Programmes in Österreich genügend Ressourcen für den non-formalen Bereich zur Verfügung stehen und es einen niederschwelligen Zugang zu Förderungsmöglichkeiten gibt. Ansonsten droht ein enormer Verlust an Vielfalt von Jugendprojekten“, warnt Steger.

Über Erasmus+

Erasmus+ ist das EU-Förderprogramm für Bildung, Jugend und Sport, das in derzeitiger Form seit dem Jahr 2014 besteht. Unter dem Dach von „Erasmus+ Jugend in Aktion" sind Fördermöglichkeiten für Jugendprojekte bzw. die außerschulische Jugendarbeit zu finden. Insgesamt stehen im Programm europaweit 14,7 Milliarden Euro an Fördermitteln zur Verfügung, davon entfallen ca. 1,4 Milliarden auf den Jugendbereich. In den letzten sechs Jahren haben mehr als 250 Organisationen und Vereine im Jugendsektor dadurch Projekte umsetzen können. Damit das Programm in den verschiedenen Ländern gut funktioniert und es einen guten Zugang zu jungen Menschen vor Ort gibt, arbeitet die EU dabei mit nationalen Agenturen zusammen. Derzeit läuft die Entscheidung über die Neuvergabe dieser Funktion.

Link: Erasmus+

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