Aids Hilfe Wien: Menschen mit HIV brauchen keine Sonderbehandlung

Die biomedizinischen Optionen für Behandlung und Prävention einer HIV-Infektion, sind dank der verfügbaren antiretroviralen Medikamente heutzutage ausgezeichnet. Zusätzlich steht eine Vielzahl an Testmöglichkeiten zur Verfügung. 
Dr. Alexander Zoufaly
Dennoch kann dieses Potential oft nicht optimal genutzt werden, da das Thema HIV auch heute noch mit Diskriminierung und Stigmatisierung einhergeht. 
Dr. Alexander Zoufaly
Um die von UNAIDS deklarierten Ziele zu erreichen, gehört somit neben allen Maßnahmen in medizinischen und diagnostischen Bereichen, sowie individueller psychosozialer Unterstützung, unbedingt auch der Abbau von Diskriminierung auf allen Ebenen
Dr. Alexander Zoufaly

Wien (OTS) - Anlässlich des Zero Discrimination Days am 1. März, macht die Aids Hilfe Wien auf Diskriminierung von HIV-positiven Menschen im Gesundheitswesen aufmerksam. Klient*innen der Aids Hilfe Wien berichten in diesem Zusammenhang immer wieder von Berührungsängsten, Stigmatisierung und ungerechtfertigten Ungleichbehandlungen. HIV ist dabei oft nur ein Merkmal unter vielen, das – aufgrund hartnäckiger Vorurteile - Anlass für einen stigmatisierenden Umgang gibt. Um dem entgegenzuwirken, thematisiert die aktuelle Kampagne „Bekämpfe Vorurteile mit Wissen“ die Mehrfachdiskriminierung von Menschen mit HIV.

Die Aids Hilfe Wien sammelt und dokumentiert in Zusammenarbeit mit den AIDS-Hilfen Österreichs Fälle aus ganz Österreich und begleitet und unterstützt Menschen mit HIV im Falle einer Diskriminierung. Die Hälfte aller gemeldeten Diskriminierungen findet dabei im Gesundheitswesen statt. So berichten Klient*innen immer wieder von Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachärz­t*innen, von Berührungsängsten bei Konsultationen und von abgesonderten Ordinationsräumlichkeiten. Dabei bieten die regulären Hygienemaßnahmen, die bei allen Patient*innen anzuwenden sind, ausreichenden Schutz vor einer Transmission mit HIV. Schließlich müsste davon ausgegangen werden, dass jede*r Patient*in unwissentlich eine Infektion haben könnte, wodurch die Vorgehensweise für alle Patient*innen gleich sein sollte.

Medizinisches Personal als Schlüssel für frühzeitige Diagnose

Ein sensibler und diskriminierungsfreier Umgang mit HIV im Gesundheitswesen bringt viele Vorteile: er kann die Lebensqualität HIV-positiver Menschen fördern, die allgemeine Testbereitschaft nach Risikosituationen erhöhen und somit längerfristig die Anzahl an frühen Diagnosen und den damit verbundenen rechtzeitigen Behandlungsbeginn steigern.
Medizinisch-pflegerisches Fachpersonal kann hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Aids Hilfe Wien bietet daher Workshops und Fortbildungen für Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens an. Der Fokus liegt hier auf der Vermittlung eines sensiblen und angstfreien Umgangs mit HIV.

ÖAG setzt auf Entstigmatisierung von HIV-positiven Menschen

Auch die ÖAG (Österreichische AIDS Gesellschaft) setzt sich proaktiv für ein konsequentes Auftreten gegen Diskriminierung ein und unterstreicht die Bestrebungen der Aids Hilfe Wien:

"Die biomedizinischen Optionen für Behandlung und Prävention einer HIV-Infektion, sind dank der verfügbaren antiretroviralen Medikamente heutzutage ausgezeichnet. Zusätzlich steht eine Vielzahl an Testmöglichkeiten zur Verfügung. Dennoch kann dieses Potential oft nicht optimal genutzt werden, da das Thema HIV auch heute noch mit Diskriminierung und Stigmatisierung einhergeht. Um die von UNAIDS deklarierten Ziele zu erreichen, gehört somit neben allen Maßnahmen in medizinischen und diagnostischen Bereichen, sowie individueller psychosozialer Unterstützung, unbedingt auch der Abbau von Diskriminierung auf allen Ebenen,“ betont der Präsident der ÖAG, Dr. Alexander Zoufaly.

„Bekämpfe Vorurteile mit Wissen“…

…ist nicht nur der Titel der aktuellen Kampagne der Aids Hilfe Wien anlässlich des Zero Discrimination Days 2020, sondern auch das Leitmotiv der Präventions- und Aufklärungsarbeit der Aids Hilfe Wien. 2019 veröffentlichten die AIDS-Hilfen Österreichs in Kooperation mit der Österreichischen AIDS Gesellschaft ein Positionspapier, das Antworten auf häufig auftretende Fragen zum Umgang mit HIV im Gesundheitswesen zusammenfasst.

Der Zero Discrimination Day wurde 2014 von UNAIDS ins Leben gerufen und findet seither alljährlich am 1. März statt. Er setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung von an HIV und AIDS erkrankten Menschen und betont, dass alle Menschen ein Recht auf ein Leben in Würde und frei von Stigmatisierung und Diskriminierung haben. Dies ist Teil der 90-90-90-0 Ziele. So sollen 90 Prozent aller Menschen mit HIV eine Diagnose bekommen haben, 90 Prozent der Menschen mit einer Diagnose unter Therapie stehen und 90 Prozent der Menschen unter Therapie eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben. Die Null steht für null Diskriminierung von Menschen mit HIV.

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Infos: www.aids.at, https://www.facebook.com/aidshilfewien/ http://www.unaids.org/en,

Rückfragen & Kontakt:

Aids Hilfe Wien
Juliana Metyko-Papousek, BA
+43(0)1/59937-82 /
metyko@aids-hilfe-wien.at

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