• 17.01.2020, 09:09:17
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Grüne Woche: Familienbetriebe stehen im Zentrum der österreichischen Agrarpolitik

GAP-Verhandlungen gehen in finale Phase - Österreich als Zukunftsmodell für Europa

Utl.: GAP-Verhandlungen gehen in finale Phase - Österreich als
Zukunftsmodell für Europa =

Berlin (OTS) - Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zählt zu den
ältesten und bedeutsamsten Politikfeldern der Europäischen Union.
Insbesondere in den Berg- und benachteiligten Gebieten lässt sich mit
einer multifunktionalen und flächendeckenden Landwirtschaft der
Mehrwert der Gemeinsamen Agrarpolitik ableiten. 2020 gehen die
Verhandlungen über die GAP und den mehrjährigen Finanzrahmen in die
finale Phase. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger,
Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Landwirtschaftskammer (LK)
Österreich-Präsident Josef Moosbrugger skizzieren die
Herausforderungen der neuen GAP-Periode und die Forderungen der
Bäuerinnen und Bauern anlässlich der Grünen Woche 2020 in Berlin, die
gestern Abend offiziell eröffnet wurde.

Köstinger: Unser Weg - Qualität statt Quantität

"Unser Weg lautet 'Qualität statt Quantität'. Die angekündigten
Kürzungen der EU-Kommission in der Ländlichen Entwicklung sind für
uns untragbar. Sie gehen zulasten des Tierwohls, der Klima- und
Umweltschutzstandards und vor allem auf Kosten unserer bäuerlichen
Familienbetriebe. Beim Klimaschutz sind unsere Bäuerinnen und Bauern
Musterschüler. Sie dürfen nicht durch Kürzungen bestraft, sondern
müssen gefördert werden. Nur so können wir unsere Klimaziele
erreichen", erklärt Köstinger und ergänzt: "Man kann überall
billiger, schneller und mit geringeren Umweltstandards produzieren
als in Österreich. Aber das ist nicht der richtige Weg. Darum werden
wir der Industrialisierung in der Landwirtschaft und den
Agrarfabriken den Kampf ansagen. Wir geben unsere kleinstrukturierte
Landwirtschaft nicht auf, sondern werden uns mit aller Kraft für sie
einsetzen. Dafür werde ich in Europa die Speerspitze sein. Für uns
ist klar: Unser österreichisches Modell soll Vorbild für ganz Europa
sein."

Strasser: Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik auf EU-Ebene
sichergestellt

"Die ökosoziale Vorreiterrolle, die Österreichs Landwirtschaft
einnimmt, muss ohne Zweifel belohnt werden. Wir werden dafür sorgen,
dass die Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik auf EU-Ebene
sichergestellt oder notfalls auf nationaler Ebene ausgeglichen
werden. Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen Planungssicherheit,
daher ist die vollständige Ausfinanzierung der derzeitigen GAP in den
Übergangsjahren für uns ein Muss. Alles andere hätte für unsere
Familienbetriebe fatale Folgen. Für die künftige GAP werden wir uns
für eine starke 2. Säule einsetzen. Wir müssen alles daransetzen,
unsere Importabhängigkeit zu vermindern und regionale Betriebsmittel-
und Stoffkreisläufe zu schließen. Klares Ziel ist unsere eigene
GVO-freie Versorgung mit dem vermehrten Einsatz von Eiweiß und Soja
aus Österreich und Europa zu gewährleisten. Nicht zuletzt braucht es
auch für die Junglandwirte finanzielle Anreize. Sie sind die
Innovationsmotoren am Land. Deshalb fordere ich hier vollste
Unterstützung seitens der EU", betont Strasser.

Moosbrugger: Neue GAP muss unbürokratisch, flexibel und
praktikabel sein

"Oberste Priorität für uns ist und bleibt, dass die
EU-Finanzmittel für die heimische Landwirtschaft nicht, wie derzeit
von der EU geplant, gekürzt, die Anforderungen an die Landwirtschaft
hingegen erhöht werden. Denn zusätzliche Leistungen für weniger Geld
ist unmöglich. Es kann nur eine marktorientierte Weiterentwicklung
der Landwirtschaft in wichtigen Bereichen wie Tierwohl,
umweltfreundliche Produktion oder Biolandbau geben. Hier muss Brüssel
praxistaugliche Lösungen sowohl für konventionell als auch biologisch
produzierende Bäuerinnen und Bauern vorlegen. Darüber hinaus brauchen
wir auch eine transparente Herkunftskennzeichnung als Voraussetzung
dafür, dass Konsumentinnen und Konsumenten bewusst nach regionalen
Lebensmitteln greifen können. Nur das gibt den qualitätsvollen und
nach höchsten Standards produzierten Produkten der europäischen
Bäuerinnen und Bauern in Zeiten international offener Märkte als
Ergebnis von Handelsabkommen echte Marktchancen", erklärt Josef
Moosbrugger vor Medienvertretern in Berlin. (Schluss)

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