Das Architekturzentrum Wien trauert um Anton Schweighofer

17.11.1930 Ayanic (Türkei) – 20.12.2019 Wien

Wien (OTS) - Mit dem Ableben von Anton Schweighofer verliert das Architekturzentrum Wien einen langjährigen Freund und die österreichische Architekturszene einen prononcierten Kosmopoliten. „Mit der Architektur ist es wie mit der Sprache – man muss an den Ort gehen, um sie kennenzulernen“, so sein Credo.

Anton Schweighofer gehörte zu jenen Holzmeister-Schülern, die das Architekturgeschehen nach 1945 in Österreich wesentlich mitbestimmten. Ab 1959 ist er als freischaffender Architekt in Wien tätig, bis 1964 in Zusammenarbeit mit Rupert Falkner. Von 1977 bis 1999 prägte er als Professor für Gebäudelehre und Nachfolger Karl Schwanzers an der TU Wien eine Vielzahl der heute tätigen Architekt*innen.

Seine geistige Verwandtschaft zu den Freunden Aldo Van Eyck, Hassan Fathy und seinen Vorbildern Adolf Loos und Josef Frank ist kein Zufall, sondern Programm. Schweighofer ging es nie um „Architektur per se“, sondern immer um eine soziale Dimension in der Architektur. Erfahrungen aus der Kindheit, wie das „Nebeneinandersitzen“ und das „Miteinanderleben“ haben seine Räume für die Gemeinschaft nachhaltig geprägt. Das auf archetypische Grundmuster aufbauende SOS-Kinderdorf in Neu-Delhi zählte Schweighofer zu seinen Lieblingsprojekten. Mit der Stadt des Kindes (1971–1974) schuf er eines der herausragenden Beispiele einer sozialreformerischen Architektur. Die räumlichen Konzeptionen im Studentenheim am Erlachplatz (1994) und im Geriatriezentrum des Kaiser-Franz-Josef-Spital (1996–2003) sind Zeugnisse seines Dialogs zwischen dem Individuum und dem Kollektiv.

Auf die Frage „Wo würden Sie sich in der Architekturgeschichte einordnen?“ antwortete Anton Schweighofer mit folgenden Worten: „Ich bin kein Stilist. Es geht mir um die Qualitäten des Humanen, in der Architektur selber bin ich ein Traditionalist. Für mich gelten die Gesetze der Architektur.“

Nun ist Anton Schweighofer kurz nach seinem 89.Geburtstag verstorben. Sein Archiv hat er bereits zu Lebzeiten der Sammlung des Architekturzentrum Wien anvertraut. Mit Anton Schweighofer verliert das Land einen treuen und aktiven Unterstützer für ein Österreichisches Architekturmuseum.

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