- 15.12.2019, 12:57:43
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Greenpeace: Die Klimakonferenz der Schande endet mit völlig unzureichendem Minimalkompromiss
Moralischer Appell der Millionen und der Wissenschaft verhallt ungehört. Umweltschutzorganisation fordert rasches Umdenken, nächste COP wird zum endgültigen Scheideweg
Utl.: Moralischer Appell der Millionen und der Wissenschaft verhallt
ungehört. Umweltschutzorganisation fordert rasches Umdenken,
nächste COP wird zum endgültigen Scheideweg =
Wien/Madrid (OTS) - Erneut sind progressive Schritte auf der 25.
Weltklimakonferenz den Interessen der fossilen Lobbies und der
Großkonzerne zum Opfer gefallen, die ein multilaterales Abkommen zur
Bewältigung der Klimakrise als Bedrohung ihrer Gewinnmargen sehen.
Der moralische Appell der Jugend und wissenschaftliche Fakten
verhallten ungehört oder wurden ignoriert. Stattdessen kämpften die
PolitikerInnen um die Errichtung eines zwielichtigen
Kohlenstoff-Schwarzmarkts im sogenannten "Artikel 6", der die Rechte
indigener Bevölkerungen weltweit bedroht und die Natur mit einem
Preisschild versehen möchte. Die Politik hat sich erneut nicht dazu
verpflichtet, die Zusagen zu Emmissionssenkungen an den Stand der
Wissenschaft anzupassen. Es wurde ein schwammiger Text beschlossen,
der zwar die Notwendigkeit des Handelns betont, aber die Staaten
nicht verbindlich dazu auffordert. Die Politik muss nun bis zum
Frühjahr 2020 beweisen, dass sie die existenzielle Bedrohung der
Klimakrise versteht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss die
EU-Kommission eine klare Verschärfung ihres Klimaplans vorlegen,
damit sie vor Inkrafttreten des Pariser Abkommens noch beschlossen
werden kann.
“Diese Klimakonferenz hatte sich selbst auf die Fahnen geschrieben,
die bislang völlig unzureichenden Ambitionen der Welt, an die
Bedrohung der globalen Klimakrise anzupassen. Daran ist sie
gescheitert. Es ist eine Schande: Während Millionen junger Menschen
auf den Straßen der Welt um unser aller Zukunft kämpfen, wurde hinter
verschlossenen Türen um Rückschritte statt Fortschritte gefeilscht
und wurde diese Zukunft den Interessen der Öl- und Gaslobby zum Frass
vorgeworfen. Zumindest die überhastete Etablierung eines
zwielichtigen CO2-Schwarzmarkts im berüchtigten Article 6 wurde
vorübergehend abgewendet, wird jedoch schon im nächsten Jahr wieder
eine reale Bedrohung für die Erreichung der Klimaziele darstellen,”
kommentiert Adam Pawloff, Klimaexperte von Greenpeace, der die COP25
vor Ort als Beobachter begleitet hat, das Geschehen.
Der schleppende Prozess und das schwache Ergebnis dieser bislang
längsten Weltklimakonferenz senden ein fatales Signal. Allen voran
sabotierten die großen Verhinderer Brasilien, Japan, Saudi Arabien
und die USA mit ihrem Bemühen um niedrige Ambitionen und schwache
Verpflichtungen den Prozess bis zur letzten Minute am Sonntag. Die
zentralen Forderungen der Wissenschaft blieben dabei auf der Strecke:
Eine Erhöhung der Emissionsreduktionsziele, die dringend nötig ist,
um das Paris 1,5 Grad-Ziel zu erreichen, sowie eine klare
Verantwortung der Industriestaaten in den sogenannten "Loss and
Damage", finanziell ihre historische Verantwortung für die Klimakrise
zu übernehmen. Dabei geht es um die Unterstützung jener Staaten, die
unwiederbringliche Schäden erleiden, wie etwa kleine Inselstaaten
durch den Meeresspiegelanstieg.
“Diese COP wird als die bislang längste Weltklimakonferenz in die
Geschichte eingehen, sie wird aber vor allem auch als eine der
enttäuschendsten einen traurigen Platz in den Geschichtsbüchern
erhalten. Der unüberhörbare moralische Appell einer ganzen Generation
wurde heute von den Mächtigen der Welt ignoriert. Eine lebenswerte
Zukunft für uns alle wurde zur Verhandlungsmasse zwischen
Konzerninteressen und politischen Machtfantasien alter, weißer Männer
degradiert,” so Pawloff. Es braucht jetzt umgehend ein Umdenken in
den Hallen der Macht. Die nächste Klimakonferenz in Glasgow, im
November 2020, ist die allerletzte Chance, diesen Weg der Zerstörung
und des Bremsens zu verlassen. Allen voran muss die Europäische Union
ihrer Verantwortung als ambitionierter Vorreiter endlich gerecht
werden und ein neues Klimaziel von minus 65 Prozent klimaschädlicher
Treibhausgase bis zum Jahr 2030, im Vergleich zu 1990, beschließen.
Das kann sie nur, wenn auch die Mitgliedsstaaten - so auch Österreich
- sie mit einem starken Mandat versehen, indem sie ihre eigenen
Klimapläne verbessern und endlich den Anforderungen der
Klimawissenschaft gerecht werden.
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