Gewaltschutz: Bures fordert den gemeinsamen Dialog wieder aufzunehmen

Zweite Nationalratspräsidentin für Versachlichung der Diskussion und Rückkehr zum nationalen Schulterschluss

Wien (OTS/SK) - „Das Thema Gewaltschutz hat in Österreich nach wie vor traurige Aktualität“, betont die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures anlässlich der heutigen Aktuellen Stunde „Stopp die Gewalt“ im Nationalrat. Nach bereits 34 Morden an Frauen im Jahr 2019 geht es für Bures darum, den nationalen Schulterschluss zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder so rasch als möglich wieder herzustellen. ****

Bures hatte zu Beginn des Jahres zu einem parteiübergreifenden parlamentarischen Dialog zum Thema Gewaltschutz geladen. „Hier hatten Expertinnen und Experten offen angesprochen, welche Verbesserungen notwendig sind. Ein Jahr später wurde erst sehr wenig davon umgesetzt“, stellt sie nun gegen Jahresende fest. „Wir sollten die Expertinnen und Experten ernst nehmen. Sie wissen aufgrund ihrer täglichen Arbeit ganz genau, wie man Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, unterstützen kann“, ruft die Zweite Nationalratspräsidentin Bures die Ergebnisse des Dialogs und der ebenfalls von ihr eröffneten internationalen Fachkonferenz im März 2019 in Erinnerung.

Damals erarbeiteten VertreterInnen der Polizei, der Justiz und Prozessbegleitung, des Gewaltschutzes, der Frauenhäuser und der Männerarbeit ein Maßnahmenpaket. Dieses beginnt bei der Sensibilisierung zu häuslicher Gewalt hinsichtlich der gesellschaftlichen Rollenbilder schon bei Buben und reicht bis zu Schulungen und Ausbildungen bei Polizei und Justiz. Eines der wichtigsten Präventionsmittel stellt die Stärkung der Gleichberechtigung und der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen dar, etwa durch die Unterhaltsgarantie und die Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Betroffene Frauen brauchen Stärkung und Ermutigung, um aus dem gewalttätigen Umfeld auszubrechen, psychosoziale Prozessbegleitung, genügend Schutz- und Unterstützungseinrichtungen und deren finanzielle Absicherung.

Diese Vorschläge, die überparteilich und in aller Sachlichkeit diskutiert wurden, liegen seit fast einem Jahr auf dem Tisch. Dabei waren sich die Gleichbehandlungssprecherinnen aller Parteien einig, dass rasch gehandelt werden müsse, um die Situation von Frauen, die Gewalt ausgesetzt sind, zu verbessern. „Damals konstatierten wir gemeinsam den Anfang eines Prozesses. Ich habe in meinem Leben immer versucht, durch Dialog die besten Lösungen für jene, die unsere Unterstützung brauchen, herbeizuführen. Ich appelliere heute, die gemeinsamen Gespräche wieder aufzunehmen. Die von Gewalt betroffenen Frauen brauchen unsere Unterstützung“, so Bures.

HINWEIS:
Frauenhelpline gegen Gewalt
Tel.: 0800 222 555
Web: www.gewaltschutzzentren.at

(Schluss) bj/mp

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