Sidl: Keine Massenimporte von ukrainischen Antibiotika-Hendln

Pfusch-Abkommen zwischen EU und Ukraine zu Lasten der KonsumentInnen

Wien (OTS/SK) - Das EU-Parlament stimmt heute, Dienstag, über eine Änderung im Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine ab. Es geht um die Menge an Geflügelfleisch, die in die EU importiert werden darf. Aufgrund einer Lücke im Abkommen haben ukrainische Geflügelkonzerne und Oligarchen zehntausende Tonnen Hühnerfleisch in die EU verkauft. Mit einem Knochen in der Hühnerbrust wurde EU-Recht außer Kraft gesetzt, dieses Produkt in die EU importiert und dann -ohne Knochen - als europäische Hühnerbrust weiterverkauft. „Es ist mir völlig unverständlich, dass bei dem Abkommen so gepfuscht wurde. Wir reden in der Klimafrage von einer Stärkung der regionalen Landwirtschaft, von kürzeren Wegen und weniger Umweltgiften. Dann darf es so eine Vereinbarung nicht geben“, ärgert sich EU-Abgeordneter Günther Sidl. ****

Die EU-Kommission will nun, dass in Zukunft 70.000 Tonnen an importierten Hühnerfleisch erlaubt sind - statt 20.000. Wenn die nun vorliegende Änderung scheitert, dürfte bis zu einem neuen Abkommen sogar unbegrenzt aus der Ukraine importiert werden. „Da steht man als Abgeordneter vor der Wahl zwischen Pest oder Cholera. Zustimmen geht bei einer Erhöhung von 20.000 auf 70.000 Tonnen auf keinen Fall und eine Ablehnung bedeutet eine Überschwemmung unserer heimischen Märkte“, so Sidl und ergänzt: "Die Hühner leben in der Ukraine unter furchtbaren Bedingungen in riesengroßen Produktionsstätten, oft ohne Tierschutzstandards und mit einem völlig überhöhten Antibiotika-Einsatz. Innerhalb der EU haben wir Gesetze, um zu verhindern, dass Antibiotika als Ausgleich für schlechte Bedingungen in der Tierzucht eingesetzt werden. Zusätzlich werden Futtermittel verwendet, die gentechnisch verändert sind und Rückstände von Umweltgiften enthalten. Sogar solche, die bei uns verboten sind“

Daher ist für Günther Sidl klar: „Es ist meine Aufgabe als EU-Abgeordneter die KonsumentInnen hier zu schützen und für mehr Transparenz auf unseren Tellern zu sorgen. Außerdem ist die Klima-Bilanz der Importe katastrophal. Wir wollen keine Massen-Importe von ukrainischen Antibiotika-Hendln“. (Schluss) mb/mp

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