• 19.11.2019, 09:27:18
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Caritas zu 30 Jahre UN-Konvention für Kinderrechte am 20. November: Kinder haben Rechte auf Schutz, Versorgung und Mitbestimmung!

Caritas appelliert an die künftige Bundesregierung, sich in Österreich und weltweit für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention einzusetzen.

Utl.: Caritas appelliert an die künftige Bundesregierung, sich in
Österreich und weltweit für die Umsetzung der
UN-Kinderrechtskonvention einzusetzen. =

Wien (OTS) - Fotos zum gratis Downloaden:
https://bit.ly/2WK5NwA

„Es ist ein Skandal: Weltweit leben 387 Millionen Kinder in extremer
Armut. 124 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Es ist
beschämend, dass auch in einem reichen Land wie Österreich fast ein
Fünftel aller Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet ist. Ich
appelliere an die zukünftige Bundesregierung, sich stärker für ein
besseres Leben von Kindern einzusetzen – weltweit und auch in
Österreich“, betont Andreas Knapp, Caritas Generalsekretär für
Internationale Programme, anlässlich des 30-jährigen Bestehens der
UN-Kinderrechtskonvention.

Am 20. November 1989 verpflichtete sich die Staatengemeinschaft,
Kindern eigene Rechte zuzugestehen. In 54 Artikeln der
UN-Kinderrechtskonvention wurden Minderjährigen auf der ganzen Welt
Rechte auf Schutz, Versorgung und Mitbestimmung garantiert. Bis auf
die USA haben alle Staaten die Kinderrechtskonvention unterzeichnet.
Aber die Einhaltung der Kinderrechte ist in keinem Land der Welt
garantiert.
Die Caritas macht sich daher als Mitglied des Netzwerks Kinderrechte
in Österreich, gemeinsam mit 44 Organisationen und Institutionen, für
die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention stark.

Kinderrechte in Österreich

Kinderrechte werden auch in Österreich verletzt:
• Fast ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich ist
armutsgefährdet. Das widerspricht dem Recht von Kindern auf einen
angemessenen Lebensstandard.
• Noch immer entscheidet hierzulande der Bildungsweg der Eltern über
den ihrer Kinder: Kinder, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss
haben, erreichen seltener einen Hochschulabschluss als Kinder von
AkademikerInnen. Mit einem niedrigen Bildungsstandard wird das Risiko
zur Armutsgefährdung weitervererbt: Chancengleichheit fehlt.
• Im Gesundheitsbereich fehlt es an flächendeckenden, kostengünstigen
und ausreichenden Gesundheits- und Therapieangeboten für Kinder und
Jugendliche.

Außerdem müssen Rechte von Kindern in Asylverfahren in Österreich
besser geschützt werden (das Kindeswohl muss vorrangige
Berücksichtigung in allen Verfahren finden). Eine neue Studie von
UNICEF Österreich und der asylkoordination österreich
(https://unicef.at/infomaterial/thematische-reports/kinder-auf-der-fl
ucht/) hat aktuell die Situation „begleiteter Kinderflüchtlinge“
analysiert. Die Caritas fordert daher – analog zur Studie – die
Etablierung kinderspezifischer Räume und familienorientierte
Schutzsysteme, im Beratungskontext sowie ihnen durch
Unterstützungsstrukturen im Bildungsbereich, zu einer möglichst guten
Ausbildung zu verhelfen.

„Wenn es um Kinder geht, geht es um die Gegenwart und die Zukunft
unserer Gesellschaft. In Österreich braucht es etwa dringend eine
armutsfeste Sozialhilfe, die kinderreiche Familien und
AlleinerzieherInnen nicht benachteiligt. Ein zweites kostenfreies,
verpflichtendes Kindergartenjahr kann helfen, Kinderarmut und der
Bildungsvererbung entgegenzuwirken“, erläutert Bernd Wachter,
Generalsekretär der Caritas Österreich.

„International muss der zielgerichtete Einsatz von Entwicklungshilfe,
etwa als Investition in Bildungseinrichtungen für Kinder, dazu
beitragen, dass jedes Kind sein Recht auf Bildung in Anspruch nehmen
kann. Das ist die beste Investition in die Zukunft, auch im Sinne der
weltweiten Armutsbekämpfung“, ergänzt Andreas Knapp.

Caritas in Österreich und weltweit im Einsatz für Kinderrechte

Die Caritas setzt sich sowohl in Österreich als auch im Ausland setzt
für Kinder und Jugendliche ein. In Österreich werden etwa in 54
Lerncafés ganz konkret 2.100 Kinder und Jugendliche unterstützt, ihre
Talente zu entfalten und in der Schule gut voran zu kommen.
Verschiedene Caritas Angebote helfen Familien in Not; Jugendzentren,
Jugend-WGs und Notschlafstellen greifen Jugendlichen, die auf sich
allein gestellt sind, unter die Arme.

Im Ausland werden Kinder in Katastrophensituationen besonders
geschützt, in Krisenregionen und nach Naturkatastrophen. In der
Rehabilitationsarbeit ist es besonders wichtig, dass für Kinder so
schnell wie möglich wieder Normalität eintritt und sie eine Schule
besuchen können. So werden mehr als 10.000 Kinder in Syrien,
Jordanien und dem Libanon mit dem Caritas Bildungsprogramm RHEP
unterstützt.
Die Caritas achtet in allen Partnerländern darauf, dass Kinder bei
ihrer Familie aufwachsen können, dass sie Zugang zu Bildung und
Gesundheitsförderung haben und dass Kinder mit Behinderungen
besondere Förderung erhalten. So unterstützt die Caritas weltweit
auch 70 Kinderzentren, in denen Kinder Hilfe beim Lernen und eine
warme Mahlzeit bekommen. Außerdem lernen sie, Konflikte zu lösen und
werden durch berufsbildende Angebote auf das Erwachsenenleben
vorbereitet. Im Jahr 2018 erhielten damit 80.000 Kindern in den
Partnerländern der Caritas Zugang zu ihren Rechten.

Social Media-Aktion: Kinderrechte im Fokus

Ab morgen wird Kindern und Jugendlichen aus dem In- und Ausland auf
den Social Media-Kanälen der Caritas 30 Tage lang eine Stimme
gegeben: Kinder erzählen, was sie brauchen, damit es ihnen gut geht,
Caritas Projekte werden vor den Vorhang geholt und die Kinderrechte
vorgestellt.
Mehr auf: https://www.caritas.at/kinderrechte
(Facebook.com/caritasoesterreich twitter.com/CaritasAustria )

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