- 14.11.2019, 14:20:07
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Die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien erklärt ihre Solidarität mit den Menschen in Rojava
Wien (OTS) - Gemeinsame Resolution der 'AUGE/UG - Alternative, Grüne
und Unabhängige GewerkschafterInnen', der 'Fraktion
Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen', des 'Gewerkschaftlichen
Linksblocks', der 'Kommunistischen
Gewerkschaftsinitiative-International' und der 'Bunten Demokratie für
Alle' zur 173. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien am 12.
November 2019.
Die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten und ihre Verbündeten
verteidigten die Welt gegen den IS. Mit ihrem Sieg ist ein Stück mehr
Frieden und Sicherheit für die Menschen in der Region und damit in
der gesamten Welt erreicht worden.
Mit dem Angriffskrieg der Türkei und ihren verbündeten
Dschihadistenmilizen auf Rojava wird dieses Stück mehr Frieden und
Sicherheit akut gefährdet. Nicht nur, dass der IS von Neuem zu
erwachen droht und damit eine Gefährdung für den Nahen Osten, aber
auch Europa und damit Österreich darstellt. Millionen ZivilistInnen
in Rojava sind vom türkischen Angriffskrieg betroffen. Zehntausende
kurdische Kolleginnen und Kollegen hier in Österreich sorgen sich um
ihre Verwandten in Rojava. Die Presseagenturen berichten von
zahlreichen schweren Kriegsverbrechen. Es wurde die kurdische
Politikerin Havrin Khalaf der fortschrittlichen “Zukunftspartei” von
einer protürkischen Dschihadistenmiliz hingerichtet. Sie stoppten ihr
Fahrzeug, zerrten sie verletzt aus ihrem Wagen und erschossen sie.
Ihr Fahrer wurde ebenfalls ermordet.
Zwt.: Rojava. Ein Blick über den Horizont.
Die autonome ‚Föderation Nordsyrien – Rojava‘ ist Vorbild für eine
demokratische Zivilgesellschaft im Nahen Osten. Im Jahr 2016
erklärten KurdInnen, AraberInnen, SyrerInnen, AramäerInnen,
TurkmenInnen und ArmenierInnenn ihr friedliches Zusammenleben und ihr
Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit, Würde, Demokratie, Gleichheit
und der ökologischen Nachhaltigkeit. In einem Gesellschaftsvertrag
wurde vereinbart, eine Gesellschaft frei von Autoritarismus,
Militarismus, Zentralismus und Eingriffen religiöser Autorität in
öffentliche Angelegenheiten zu schaffen. Feminismus, Ökologie und
direkte Demokratie sind wesentliche Bestandteile dieses
Gesellschaftsvertrages.
Rojava ist damit nicht nur ein Modell für den Nahen Osten. Rojava ist
Vorbild für eine zukünftige, bessere Welt. Entscheidungen werden in
Rojava auf kommunaler Ebene getroffen. Die Wirtschaft befindet sich
in den Händen gewählter Kommunalräte. Hunderte Genossenschaften
wurden gegründet, drei Viertel des Grunds und Boden stehen unter
gemeinwirtschaftlicher Verwaltung. Große Teile der
Industrieproduktion werden durch von ArbeiterInnenräte verwaltete
Betriebe erbracht.
Rojava ist Symbol für eine Demokratie von unten. Für Demokratie im
Betrieb und in der Wirtschaft. Rojava ist damit einer der wenigen
Momente der Geschichte, in der sich die Frage nach einer besseren
Welt kumuliert. Die Ideen, für die die Menschen in Rojava kämpfen,
waren schon die Ideen der überwiegend sozialdemokratischen
ArbeiterInnenräte Wiens der frühen 1920er Jahren. Es sind auch die
Ideen, für die SozialdemokratInnen, KommunistInnen und AnarchistInnen
u.a. in den internationalen Brigaden in Spanien ab 1936 kämpften. Und
auch heute wieder kämpfen Menschen auch aus Europa und Österreich und
der ganzen Welt für diese Ideen in Rojava. Für eine bessere Welt.
Dieses soziale und demokratische Experiment, dieser Versuch, eine
bessere zukünftige Welt zu schaffen, muss erhalten bleiben.
Die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien erklärt sich daher mit
den Ideen einer Demokratie auf kommunaler Ebene und im Betrieb und
Wirtschaft verbunden und erklärt ihre Solidarität mit den Menschen in
der Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien / Rojava.
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