• 07.11.2019, 15:20:41
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GVO-freie Fütterung: Schweinebranche ist grundsätzlich aufgeschlossen

Lederhilger: Versorgung mit Eiweiß ist noch ausbaufähig

Utl.: Lederhilger: Versorgung mit Eiweiß ist noch ausbaufähig =

Wien (OTS) - "Die heimischen Veredelungsbetriebe betreiben eine
bodenbezogene Kreislaufwirtschaft und erzeugen zirka 80% der
benötigten Futtermittel selbst. Bei Soja ist die gesamte EU und somit
auch Österreich auf Importe, auch aus Übersee, angewiesen. Soja ist
wegen seines hohen Gehalts an Eiweiß ein wichtiger Bestandteil der
Futterrationen heimischer Schweine. Die benötigten Sojamengen können
wir derzeit nur teilweise mit Ware aus österreichischer Produktion
oder mit europäischem Soja in einer wirtschaftlich vertretbaren Art
und Weise abdecken." Dies erklärt heute Walter Lederhilger, Obmann
des Verbandes österreichischer Schweinebauern (VÖS), zur jüngsten
Diskussion über gentechnikfreie Fütterung.

In den vergangenen Jahren ist der Anbau von Soja stetig gestiegen.
Derzeit werden in Österreich 65.000 ha Soja angebaut, angestrebt
werden 100.000 ha in den nächsten Jahren. "Neben der Verfügbarkeit
muss bedacht werden, dass der Preis für europäisches Soja um bis zu
30% höher ist. Keine Frage, die derzeitige Situation mit den
verheerenden Bränden in Brasilien ist besorgniserregend. Die EU geht
wohl nicht zuletzt deshalb dazu über, immer mehr Sojabohnen aus den
USA zu importieren. Eine Lösung mit europäischem Soja, welches
möglichst nachhaltig angebaut und weniger weit transportiert werden
müsste, wäre wünschenswert", so Lederhilger.

Branche immer gesprächsbereit

"Besonders wichtig ist es mir, hervorzuheben, dass das Thema
gentechnikfreie Fütterung von den österreichischen Schweinehaltern
aktiv bearbeitet wird. So gibt es regelmäßig Kontakte von Vertretern
der heimischen Schweinehalter, der Schlachtbranche und des
Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Es wurden Gespräche mit dem Ziel
geführt, eine Branchenlösung für die Umstellung des
Schweine-Frischfleischs im LEH auf GVO-freies oder europäisches Soja
zu entwickeln. Die gemeinsame Analyse hat schlussendlich ergeben,
dass mit den derzeitigen Rahmenbedingungen ein solches Vorhaben als
nicht realisierbar eingeschätzt wird. Das hat sowohl mit der dafür
benötigten kontinuierlichen Verfügbarkeit von bestimmten Teilstücken
als auch mit der erforderlichen lückenlosen Beteiligung des
österreichischen Handels zu tun", berichtete Lederhilger. Ein
Vergleich mit der Milchvieh- oder Geflügelbranche lasse die
vollkommen unterschiedliche Vermarktung bei diesen Produktgruppen im
Vergleich zu Schweinefleisch und der notwendigen Verteilung der
Kosten auf unterschiedliche Teilstücke außer Acht.

Wahlfreiheit im Supermarkt und im Außer-Haus Konsum

"Bestes Beispiel dafür, dass die Landwirtschaft jederzeit zu
Weiterentwicklungen bereit war und ist, sind die Markenprogramme für
Schweinefleisch im Lebensmittelhandel. Schon jetzt können Konsumenten
in Österreich zu Schweinefleisch greifen, welches "ohne Gentechnik"
oder mit europäischem Soja produziert wird. Die Landwirtschaft
liefert marktkonform - allerdings ist das Angebot höher als die
Nachfrage. Wenn europäisches Soja eingesetzt wird, müssen die
Mehrkosten dafür auch fair an den Handel und die Verbraucher
weitergegeben werden. Sinnvollerweise sollte die Kennzeichnung der
Lebensmittel, auch über den Supermarkt hinaus, das Ziel sein. Die
Landwirtschaft fordert dies schon lange, und hier haben wir auch
Anknüpfungspunkte mit dem Tierschutzvolksbegehren. Mit einer
verbesserten Kennzeichnung stärken wir die heimische Landwirtschaft
und ermöglichen Initiativen zur Weiterentwicklung" erklärte der
VÖS-Obmann.

Ehrliche Kampagnen statt Aktionismus

"Was es braucht, sind ehrliche Diskussionen über notwendige
finanzielle Abgeltungen für Mehrleistungen durch die heimischen
Schweinehalter. Es muss klar sein, dass es nicht mehr Leistung für
gleich viel Geld geben kann. Nur wenn die Menschen auch bereit sind,
einen fairen Preis für ihr Schnitzel zu bezahlen, können die
Bäuerinnen und Bauern im Land Zukunftsprojekte weiter ausbauen",
appellierte Lederhilger an Handel und Konsumenten. (Schluss)

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