- 30.10.2019, 14:44:31
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Binder/Dobcak/Wirtschaftsbund Wien: Kaffeesieder und Wirte sind keine Kindergärtner!
WB Interessenvertreter fordern politisches Bewusstsein für Herausforderungen der Mitgliedsbetriebe und rechtliche Änderungen im Hinblick auf das kommende totale Rauchverbot
Utl.: WB Interessenvertreter fordern politisches Bewusstsein für
Herausforderungen der Mitgliedsbetriebe und rechtliche
Änderungen im Hinblick auf das kommende totale Rauchverbot =
Wien (OTS) - „In etwas mehr als 30 Stunden kommt auf die Wiener
Kaffeesieder, Gastronomiebetriebe, deren Gäste und die unzähligen
Anrainer mit dem totalen Rauchverbot eine noch nie dagewesene
Veränderung zu. Das kann nur mit gegenseitigem Verständnis und
rechtlichen Nachbesserungen funktionieren“, machen Peter Dobcak,
Wirtschaftsbund Fachgruppenobmann der Wiener Gastronomiebetriebe und
Wolfgang Binder, Wirtschaftsbund Fachgruppenobmann der Wiener
Kaffeehäuser, auf die bisher größte Herausforderung aller Zeiten
zwischen Betrieben, Gästen, AnrainerInnen und damit letztendlich auch
mit der Stadt Wien aufmerksam. Sie befürchten, dass das bis jetzt
gute Miteinander und der Interessenausgleich bei Einführung des
totalen Rauchverbots „ohne begleitende Maßnahmen und rechtlichen
Nachbesserungen auf der Strecke bleiben werden.“
Wirte und Kaffeesieder sind keine Kindergärtner!
Sobald Gäste eines Lokals zum Rauchen vor die Türe gehen, haben die
Geschäftsführung und MitarbeiterInnen eines Betriebs kaum
Möglichkeiten, ordnend einzugreifen oder für Ruhe zu sorgen. „Sollten
sich dann zum Beispiel Anrainer über Lärm oder Rauch beschweren,
ziehen die Gast- und Kaffeehäuser bei aktueller Gesetzeslage den
Kürzeren. Auch wenn wir die Gewerbeordnung in der Vergangenheit
bereits etwas zum Besseren ändern konnten“, wie beide beschreiben:
„Nur reicht das ab 1.November nicht mehr. Wir sind keine
Kindergärtner. Wir brauchen politisches Verständnis für die Situation
unserer Mitgliedsbetriebe und rechtliche Reformen!“
Forderungskatalog an Stadt Wien und Bund
„Für uns ist es unverständlich, warum die Stadt Wien eine Sonderrolle
als ‚Klassenbester‘ im Wirte- und Kaffeesieder-Verschrecken einnehmen
will. Beim Vollzug eines Bundesgesetzes sollte, wie auch in den acht
übrigen Bundesländern angekündigt, ein gewisses Augenmaß bzw. der
Grundsatz ‚Beraten statt Strafen‘ verfolgt werden“, legen die beiden
WB-Interessenvertreter ihre Auffassungsunterschiede mit der Stadt
Wien beim Thema Willkommenskultur gegenüber Wirtschaftstreibenden
dar.
Sie machen sich zudem stark für eine Veränderung der Gewerbeordnung,
im Speziellen bei §113 und fordern, dass die Gastronomen und die
Kaffeesieder nicht mehr für das Verhalten von Menschen vor ihren
Türen haftbar gemacht werden: „Das ist Bundessache. Aber auch der
derzeitigen Übergangsregierung und den Expertenkabinetten müsste es
ein Anliegen sein, das bis jetzt gute Miteinander in den
österreichischen Städten und Gemeinden zu erhalten“, wenden sich
Binder und Dobcak in Richtung der Bundesregierung.
Absurditäten und Branchensterben
Vollkommen unverständlich wird es für die beiden Interessenvertreter,
wenn bürokratische Schikanen das Wirtschaften der Betriebe erschweren
oder sogar ganze Branchen ohne Not umgebracht werden, Wolfgang Binder
präzisiert die Situation in den Wiener Kaffeehäusern: „Ab 1. November
darf in keinem Kaffeehaus Wiens mehr geraucht werden, trotzdem muss
in jedem Kaffeehaus ein Nichtraucher-Pickerl kleben, sonst hagelt es
Strafen. Vollkommen weltfremd!“, so Binder.
Peter Dobcak sieht das genauso: „Richtig verrückt wird es dann, wenn
mit dem Rauchverbot eine ganze Branche ausradiert und die Betriebe
und deren Mitarbeiter allein im Regen stehen gelassen werden. Gerade
für die Shisha-Bars braucht es eine Ausnahme vom totalen Rauchverbot.
Niemand geht in eine Shisha Bar wegen einem Soda Zitron. Dort geht
man hin, um eine Wasserpfeife zu rauchen“, so Dobcak.
„Wirte sind keine Kindergärtner, werden vom Gesetzgeber aber als
solche angesehen und haftbar gemacht. Dagegen wehren wir uns! Wir
kämpfen auch nach dem 1. November für unsere Betriebe weiter“, geben
sich Peter Dobcak und Wolfgang Binder zum Abschluss kampfbereit.
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