- 16.10.2019, 14:46:34
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Hausapotheken: Bundeswettbewerbsbehörde bestätigt Sicht der Ärztekammer
Ersatzlose Streichung von Mindestentfernungen zu Apotheken wird empfohlen – Patientenversorgung muss im Mittelpunkt stehen
Utl.: Ersatzlose Streichung von Mindestentfernungen zu Apotheken
wird empfohlen – Patientenversorgung muss im Mittelpunkt
stehen =
Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer fühlt sich durch den
aktuell vorgelegten Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde
„Branchenuntersuchung Gesundheit, Teil III: Gesundheitsversorgung im
ländlichen Raum“ hinsichtlich ihrer Argumentation eines Ausbaus von
ärztlichen Hausapotheken vollinhaltlich bestätigt. In dem Bericht
wird unter anderem die ersatzlose Streichung der Mindestentfernungen
bei Bewilligung einer ärztlichen Hausapotheke in Gemeinden ohne
öffentliche Apotheke empfohlen.
„Die restriktive Öffnungszeitenregelung von öffentlichen
Apotheken, deren Liberalisierung aus wettbewerblicher Sicht ebenfalls
zu begrüßen wäre, spiegelt die gegenwärtige Lebenssituation vieler
Menschen (insbesondere hinsichtlich Beruf und privater
Lebensumstände) nicht mehr ausreichend wider“, heißt es in dem
Bericht. Im Gegensatz zu öffentlichen Apotheken verfügten
niedergelassene Allgemeinmediziner in der Regel über flexiblere
Öffnungszeiten. Damit werde eine größere Auswahlmöglichkeit
„zweifelsfrei durch das zusätzliche Angebot von ärztlichen
Hausapotheken geschaffen“.
Die Empfehlungen der Experten entsprechen damit exakt den
Vorstellungen, die die Ärztekammer schon seit Langem einfordert: „Im
Mittelpunkt muss immer die Versorgung der Patienten, insbesondere in
strukturschwachen ländlichen Regionen stehen. Dazu gehören der
Hausarzt und die Apotheke, die zurecht in kleineren Gemeinden beim
Arzt angesiedelt ist, um alten und kranken Menschen lange
Anfahrtswege zur nächsten Apotheke zu ersparen“, kommentiert der
Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, den
Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde.
Ähnlich argumentiert der Bundeskurienobmann der niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte, Johannes Steinhart, der ebenfalls für die
ersatzlose Streichung von Mindestentfernungen bei der Bewilligung von
Hausapotheken eintritt. Durch diesen Passus, der unter Negierung
einer optimalen Patientenversorgung ausschließlich den
wirtschaftlichen Interessen der Apotheken geschuldet sei, würden
Patienten oftmals nur erschwert zu ihren Medikamenten kommen.
„Ziel der Politik muss es sein, im Interesse der Patienten
Rahmenbedingungen für eine bestmögliche medizinische Versorgung zu
schaffen“, betont Steinhart. Dem stand bislang der
„Mindestentfernungspassus“ im Apothekengesetz diametral entgegen.
Steinhart erwartet sich nun von der Politik, den diesbezüglichen
Empfehlungen der Experten auch „raschest möglich“ nachzukommen. (hpp)
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