- 15.10.2019, 08:40:33
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Paul-Watzlawick-Ehrenring an Ulrike Guérot übergeben
„Sprache als wesentliche, gemeinsame Klammer und Brücke zwischen den Nationen“

Utl.: „Sprache als wesentliche, gemeinsame Klammer und Brücke
zwischen den Nationen“ =
Wien (OTS) - Ulrike Guérot, streitbare Kämpferin für ein vereinigtes
Europa, Leiterin des Departments für Europapolitik und
Demokratieforschung der Donau-Universität Krems, wurde gestern,
Montag, mit dem Paul-Watzlawick-Ehrenring der Ärztekammer für Wien
ausgezeichnet. Gleichzeitig erschien in der Reihe ifa-Edition im
Steidl Verlag auch ihr neues Buch „Was ist die Nation?“. ****
Guérot ist Mitglied im Scientific Comitee des Institute of
European Democrates, Council Member beim European Council on Foreign
Relations und Vorstandsmitglied des Instituts für Medien- und
Kommunikationspolitik in Köln. Bereits während ihres Studiums und im
Rahmen ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin des
ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jacques Delors,
beschäftigte sie sich intensiv mit der Integration Europas und einer
neuen Identität der EU. Von 2007 bis 2013 leitete sie das Berliner
Büro des European Council on Foreign Relations. Erstes großes,
öffentliches Aufsehen erregte sie mit dem „Manifest zur Gründung
einer Europäischen Republik“, das sie 2013 gemeinsam mit Robert
Menasse veröffentlichte.
Guérot ist die zehnte Ehrenringpreisträgerin und setzte sich in
ihrer Festrede mit Paul Watzlawick als europäischem Geist und dessen
Kommunikationsphilosophie auseinander: Sprache als wesentliche,
gemeinsame Klammer und Brücke zwischen den Nationen.
Die Elite der Denker und „Aufklärer“
Grenzen überschreiten, Kommunikation und Interaktion, Schreiben
und Philosophieren, das ist prägend für die bislang zehn Preisträger
des Paul-Watzlawick-Ehrenrings, die aus unterschiedlichen
Wissensdisziplinen kommen. Einige Preisträger sind bereits
verstorben, so Peter L. Berger, der große Soziologe und
Religionswissenschafter, der Physiker und Philosoph Walter Thirring,
oder Friedrich Achleitner, der ein Standardwerk über die
österreichische Architektur verfasste und gleichzeitig als Lyriker
die Wiener Gruppe mitprägte.
Der erste Preisträger steht symptomatisch für das „globale Denken
und Forschen“. Peter L. Berger war, wie Paul Watzlawick, gebürtiger
Österreicher, der in die USA auswanderte. Eine ähnliche Biografie
weist auch Ruth Klüger auf, die emigrieren musste, um dem KZ zu
entkommen. Einige der Preisträger sind Bestsellerautoren, wie etwa
Rüdiger Safranski und Konrad Paul Liessmann, Ruth Klüger oder Aleida
Assmann, die erst vor einem Jahr mit dem renommierten Friedenspreis
des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde. Safranski hat sich in
seiner bislang letzten Publikation intensiv mit der „Zeit“
auseinandergesetzt, Konrad Paul Liessmann, populär durch seine
Darstellungen der großen Philosophen, ist ein radikaler Befürworter
der Allgemeinbildung und des Humanismus. Seine Bücher - unter anderem
die „Theorie der Unbildung“ - polarisieren. Nicht zu vergessen Franz
Schuh mit seiner „Theorie des Glücks“ und Hartmut Rosa mit seinen
Resonanzen und seiner Theorie der Entschleunigung des Lebens und des
Subjekts.
Ein Zeichen von Weltoffenheit und Diskursfreude
Der Paul-Watzlawick-Ehrenring ist eine Initiative der Ärztekammer
für Wien. Für deren Präsidenten, Thomas Szekeres, ist der Ehrenring
„ein Zeichen unserer Weltoffenheit und Diskursfreude. Wir sind stolz
auf diese Institution und die Preisträger“. Von der ersten Stunde an
war Erhard Busek – mit einer kurzen Unterbrechung aus
Rotationsgründen – Vorsitzender der Jury. Ihm zur Seite stand und
steht Hubert Christian Ehalt, Begründer der Wiener Vorlesungen, die
nunmehr von Daniel Löcker verantwortet werden, der die Partnerschaft
mit dem Paul-Watzlawick-Ehrenring neu vertiefte.
Mit den Wiener Vorlesungen bestand vom ersten Jahr der Verleihung
an eine enge Zusammenarbeit. Die Vorlesungen verfolgen ähnliche Ziele
wie der Paul-Watzlawick-Ehrenring: Aufklärung, die Förderung des
interdisziplinären Austausches sowie die Begegnung zwischen
Wissenschaft, Literatur, Kunst und Gesellschaft. (hpp)
(S E R V I C E - Gemeinsam mit Franz Schuh und Isolde Charim
sprach Ulrike Guérot bei der Überreichung des
Paul-Watzlawick-Ehrenrings am 14. Oktober 2019 im Rahmen einer Wiener
Vorlesung im RadioKulturhaus über „Eine gemeinsame Sprache für ein
gemeinsames Europa?“. Die Ausstrahlung der aufgezeichneten
Preisverleihung findet voraussichtlich am 17. Oktober 2019 um 23.40
Uhr in ORF3 statt.)
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