- 07.10.2019, 10:30:02
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Greenpeace: Breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen lehnt auch neue Gentechnik-Verfahren ab
Umweltorganisation warnt: Europäische Schutzstandards dürfen nicht aufgeweicht werden
Utl.: Umweltorganisation warnt: Europäische Schutzstandards dürfen
nicht aufgeweicht werden =
Wien (OTS) - Eine heute veröffentlichte, repräsentative Umfrage
zeigt, dass eine breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen „neue
Gentechnik-Verfahren” für die Produktion von Lebensmitteln ablehnt.
In der von der ARGE Gentechnik-frei in Auftrag gegebenen Studie gaben
fast 70 Prozent der Befragten an, dass sie keine so veränderten
Lebensmittel kaufen würden. Rund 85 Prozent wünschen sich, dass diese
genmanipulierten Lebensmittel streng kontrolliert und gekennzeichnet
werden müssen. Die Ergebnisse sind aktuell besonders relevant, weil
auf europäischer Ebene mehrere Mitgliedstaaten das EU-Gentechnikrecht
aufweichen wollen. Greenpeace fordert die nächste österreichische
Bundesregierung dazu auf, die bestehenden Schutzstandards auf
europäischer Ebene zu verteidigen.
„Die Österreicherinnen und Österreicher wollen keine Gentechnik auf
ihren Tellern. Die nächste österreichische Bundesregierung muss daher
auch auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass die bestehenden
Schutzstandards nicht aufgeweicht werden”, sagt Sebastian
Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich.
Mehrere EU-Staaten, wie beispielsweise die Niederlanden oder
Finnland, wollen sogenannte „neue Gentechnik-Verfahren” von der
bisherigen Gentechnik-Regulierung ausnehmen. Der Begriff „neue
Gentechnik“ bezeichnet neue gentechnische Verfahren, mit denen etwa
neue Pflanzensorten geschaffen werden. Aber auch an Tieren wird mit
diesem neuen Verfahren bereits experimentiert. So gibt es bereits
heute Versuche mit Schweinen deren Genom so manipuliert wurde, dass
sie besonders viel Fleisch produzieren.
Ebenfalls eine große Mehrheit – rund zwei Drittel der
ÖsterreicherInnen – gab bei der Umfrage an, dass ihnen
Gentechnikfreiheit bei Fleischprodukten besonders wichtig ist. Das
schließt auch mit ein, dass die Tiere keine gentechnisch veränderte
Futtermittel zu fressen bekommen. Trotzdem werden auch in Österreich
weiterhin rund 90 Prozent aller Schweine mit Gentech-Futter gemästet
- sogar jene mit dem AMA-Gütesiegel. „Das Österreichische Parlament
könnte das staatliche AMA-Gütesiegel per Beschluss gentechnikfrei
machen. Wir fordern von den neu gewählten Abgeordneten, diesem Wunsch
der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen”, sagt Theissing-Matei.
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