• 23.09.2019, 12:44:55
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  • OTS0118

Nationalratswahl: Mandl fordert mehr Bewusstsein für die Wirtschaft ein

Politik und Medien sollen verbleibende Zeit nutzen, mahnt Mandl: „Mit der Wirtschaft ist es wie mit der Gesundheit: Sie ist nicht alles – aber Grundlage für alles!“

Utl.: Politik und Medien sollen verbleibende Zeit nutzen, mahnt
Mandl: „Mit der Wirtschaft ist es wie mit der Gesundheit: Sie
ist nicht alles – aber Grundlage für alles!“ =

Klagenfurt (OTS) - Mit geharnischter Kritik am Verlauf der
öffentlichen Debatte zur Nationalratswahl meldet sich heute Kärntens
Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl zu Wort. Seit Wochen verfolge
er, wie sich die Wahlkampfthemen – Stichwort: Friseurkosten,
Schnitzelsteuer oder Fieberschübe – immer weiter von der
Lebensrealität der Menschen entfernen würden. Mandl: „Im richtigen
Leben geht es aber hauptsächlich um den Arbeitsplatz, das Einkommen,
die soziale Sicherheit – und das sind alles Wirtschaftsthemen, die im
bishe-rigen Nationalratswahlkampf de facto nicht existent sind!“

Schlimmstes Beispiel für die absolute Ignoranz gegenüber der
Bedeutung der Wirtschaft für alle Gesellschaftsbereiche sei die
gestrige „Elefantenrunde“ der Privatsender, in der der eminent
wichtige Themenbereich Wirtschaft und Arbeit nicht vorgekommen sei.
Mandl: „Das ist völlig inakzeptabel gegenüber 400.000 Unternehmern
und ihren rund 2,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern!“

Um Wirtschaftsthemen im Zuge der Nationalratswahl sichtbarer zu
machen, habe die Wirtschaftskammer Kärnten nicht nur eine
Podiumsdiskussion von Unternehmern mit den Kärntner Spitzenkandidaten
abgehalten, sondern auch ein Wahlbingo veranstaltet: Die Teilnehmer
konnten unter zwölf Wirtschaftsthemen auswählen und darauf tippen,
welche in der gestrigen TV-Debatte vorkommen würden. Zur Auswahl
standen die Entlastung bei Dienstgeberbeiträgen, einfachere und
verständlichere Gesetze, flächendeckendes Breitband-Internet, eine
leistungsfreundlich gestaltete Tarifreform, die Anhebung der
GWG-Grenze auf 1500 Euro, die Vereinfachung der Lohnverrechnung, die
Entlastung bei der Krankenstands-Entgeltfortzahlung, der Ausbau des
Prinzips „Beraten statt Strafen“, die Aufwertung von Lehre und
Meister, die Neuregelung von Arbeitslosengeld und Zumutbarkeit,
Investitionsanreize für den Klimaschutz und die steuerfreie
Ökostromerzeugung für den Eigenbedarf. Mandl: „Nachdem nicht einmal
der Überbegriff Wirtschaft in zwei Stunden Debatte vorgekommen ist,
wurde selbstverständlich auch keines der angeführten Themen
besprochen. Wir werden die Hauptpreise also unter jenen auslosen, die
zwar mitgemacht, aber kein Thema angekreuzt haben.“

Offenbar müsse man die Politik daran erinnern, wo das Geld herkomme,
das nicht nur zur Finanzierung der zahllosen politischen Vorschläge
notwendig sei, sondern von dem auch die Parteien selber leben würden.
Mandl: „Dieses Geld wird von den Unternehmern und ihren Mitarbeitern
erwirtschaftet und in Form von Steuern und Abgaben an den Staat
abgeführt, der damit seine vielfältigen Aufgaben erfüllt. Mit der
Wirtschaft ist es wie mit der Gesundheit: Sie ist nicht alles im
Leben, aber sie ist Grundlage für alles.“ Deshalb sei es dringend
notwendig, dass die Politik – und damit auch die TV-Moderatoren und
Journalisten – die verbleibenden Tage bis zur Wahl am Sonntag dazu
nutzen würden, auf das Thema Wirtschaft verstärkt einzugehen und
abzufragen, wie die Konzepte der zur Wahl stehenden Personen und
Parteien angesichts der abkühlenden Konjunktur und in Bezug auf die
ursprünglich von der Vorgängerregierung geplante steuerliche
Entlastung und bürokratische Vereinfachung aussehen würden, verlangte
Mandl.

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