Oö. Volksblatt: "Haltung" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 18. September 2019

Linz (OTS) - „Die Missstände und Versäumnisse der letzten 15 Jahre können nicht in sieben Monaten beseitigt werden“: Dieser Satz stammt aus dem Juli des Vorjahres und er stammt vom damaligen FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek. Der von ihm neu installierte Generalstabschef Robert Brieger sagte, er wolle die „Kernaufgabe unseres Bundesheeres, die militärische Landesverteidigung in ihren aktuellen Ausprägungen wieder vermehrt in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen“. Womit bewiesen ist: Um den Zustand des Heeres wissen Generalität wie Politik Bescheid. So gesehen kann der gestern von Übergangsminister Thomas Starlinger präsentierte Befund nicht ganz überraschend kommen. Als Minister mit Ablaufdatum bleibt ihm nur ein Wunsch: „Ich hoffe, dass der Bericht einen erhellenden und erleuchtenden Effekt auf die Politik hat.“
Da hat er recht, aber als Mann aus dem Heer könnte man ihn auch fragen, ob er und seine nicht gerade wenigen hochrangigen Offizierskameraden den jeweiligen Ministerien den Ernst der Lage realistisch genug geschildert haben. Jedenfalls zeigt das Beispiel des früheren SPÖ-Ministers Norbert Darabos und seines ihm missliebigen Generalstabschefs Edmund Entacher, dass man — Stichwort Wehrpflicht — parteipolitischen Pressionen mit Haltung trotzen kann.

Rückfragen & Kontakt:

Oö. Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001