- 15.09.2019, 22:00:02
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Oö. Volksblatt: "Sprücheklopfer" (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 16.9.2019
Utl.: Ausgabe vom 16.9.2019 =
Linz (OTS) - Macht braucht nicht nur Kontrolle, sondern Macht braucht
auch ein hohes Maß an Sensibilität. Und genauso wenig, wie ein
Elefant in einem Porzellanladen arbeiten sollte, sollte ein Minister
ein Verbalrabauke sein, vor allem wenn er für die innere Sicherheit
aller Bürger verantwortlich ist. Er sollte nämlich Brücken bauen und
nicht wie ein Bulldozer über Kritik walzen. Er sollte Kompromisse
finden und nicht Konflikte suchen. Aber Herbert Kickl benimmt sich
leider wie ein Verbalrabauke seit er die politische Bühne betreten
hat. Am Samstag erklärt er etwa beim blauen Bundesparteitag in Graz
seine neue Rolle als Stellvertreter Hofers mit den Worten: „Die, die
du nicht niederclinchst, in deiner Art, die kriegen von mir eine
Gerade oder einen rechten Haken.“ Vermutlich meint es der
FPÖ-Mastermind zwar metaphorisch und verfolgt damit eine
innerparteiliche Strategie.
Trotzdem: Eine Empfehlung für ein Ministeramt war die Rede des blauen
Napoleon nicht. Und die FPÖ und ihre potenziellen Wähler werden sich
überlegen müssen, ob sie lieber diese Art Konfrontation mögen und
damit verbunden die Rolle der Fundamentalopposition wählen. Oder ob
sie Verantwortung übernehmen und gestalten wollen — dabei sind solche
Sprücheklopfer allerdings ein echtes Hindernis.
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