Oö. Volksblatt: "Sprücheklopfer" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 16.9.2019

Linz (OTS) - Macht braucht nicht nur Kontrolle, sondern Macht braucht auch ein hohes Maß an Sensibilität. Und genauso wenig, wie ein Elefant in einem Porzellanladen arbeiten sollte, sollte ein Minister ein Verbalrabauke sein, vor allem wenn er für die innere Sicherheit aller Bürger verantwortlich ist. Er sollte nämlich Brücken bauen und nicht wie ein Bulldozer über Kritik walzen. Er sollte Kompromisse finden und nicht Konflikte suchen. Aber Herbert Kickl benimmt sich leider wie ein Verbalrabauke seit er die politische Bühne betreten hat. Am Samstag erklärt er etwa beim blauen Bundesparteitag in Graz seine neue Rolle als Stellvertreter Hofers mit den Worten: „Die, die du nicht niederclinchst, in deiner Art, die kriegen von mir eine Gerade oder einen rechten Haken.“ Vermutlich meint es der FPÖ-Mastermind zwar metaphorisch und verfolgt damit eine innerparteiliche Strategie.
Trotzdem: Eine Empfehlung für ein Ministeramt war die Rede des blauen Napoleon nicht. Und die FPÖ und ihre potenziellen Wähler werden sich überlegen müssen, ob sie lieber diese Art Konfrontation mögen und damit verbunden die Rolle der Fundamentalopposition wählen. Oder ob sie Verantwortung übernehmen und gestalten wollen — dabei sind solche Sprücheklopfer allerdings ein echtes Hindernis.

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