• 29.08.2019, 14:25:21
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  • OTS0135

ÖÄK: Keine Abschaffung von Schulärzten

Schulärzte sollen in ihren Aufgaben unterstützt und nicht verhindert werden, sagt ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres.

Utl.: Schulärzte sollen in ihren Aufgaben unterstützt und nicht
verhindert werden, sagt ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres. =

Wien (OTS) - „Schulärzte gehören aufgewertet und nicht abgewertet“,
reagiert Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer,
auf den Vorstoß von Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl. Dieser
forderte gegenüber der APA nicht nur eine Verschiebung der geplanten
schulärztlichen Verordnung des Gesundheitsministeriums, sondern gar
eine Abschaffung der Schulärzte in der derzeitigen Form.

Unmittelbare Betreuung

Laut der geplanten Verordnung werden Schulärzte zukünftig auch für
Schutzimpfungen, Gesundheitsförderung und Dokumentation von
Gesundheitsdaten zuständig sein. Eine Entwicklung, die die
Österreichische Ärztekammer begrüßt. „Schulärzte sind unmittelbar als
Gesprächspartner verfügbar, können eine Beratung vor Ort durchführen
und gesundheitsrelevante Daten erheben und auswerten“, sagt die
Referentin des ÖÄK-Schulärzte-Referates, Gudrun Weber. „Natürlich
kommen hier Kosten auf die Gemeinden zu, etwa durch den Ausbau einer
entsprechenden, auch technischen, Infrastruktur in den Schulgebäuden
und die Finanzierung von Schulärzten. Langfristig überwiegen hier
aber klar die Vorteile, beispielsweise können Schulärzte zukünftig
rasch auf Impflücken reagieren. Von einer besseren Durchimpfungsrate
profitiert letztlich die gesamte Bevölkerung“, sagt Weber. Die
erweiterten schulärztlichen Tätigkeiten seien als Ergänzung einer
adäquaten Gesundheitsbetreuung zu sehen. Eine reine Ausweitung des
Mutter-Kind-Passes bis zur Volljährigkeit als Alternative zu den
Schulärzten, wie von Riedl gefordert, sei nicht zielführend. So
würden Gesundheitsdaten nicht flächendeckend erfasst werden, denn
nicht alle Eltern würden die Termine mit Kinderärzten regelmäßig
wahrnehmen. „Schulärzte können rasch reagieren und Eltern unmittelbar
erreichen“, sagt Weber.

Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen

„Eine Ausweitung des Mutter-Kind-Passes ist eine sinnvolle Ergänzung,
kann aber nicht die Schulärzte ersetzen“, bekräftigt Szekeres. Eine
flächendeckende Dokumentation gesundheitsrelevanter Daten bei Kindern
und Jugendlichen sei notwendig: „Leider haben bereits zu viele Kinder
und Jugendliche krankhaftes Übergewicht, einer der größten
Risikofaktoren für spätere Erkrankungen“, sagt er und plädiert für
eine Gesundheitserziehung an den Schulen. Außerdem sollten, so
Szekeres, die Schulärzte besser bezahlt werden. „Schulärzte leisten
einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsförderung. Sie sollten in
ihren Aufgaben unterstützt werden – nicht verhindert“, sagt Szekeres.
(sn)

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