- 27.08.2019, 14:25:47
- /
- OTS0115
ÖÄK-Mayer: Mehr Medizin-Studienplätze lösen das Problem nicht
Die Ausbildungsqualität und die Rahmenbedingungen für Jungärzte müssen verbessert werden, damit diese auch in Österreich tätig sind, so ÖÄK-Vizepräsident Mayer.
Utl.: Die Ausbildungsqualität und die Rahmenbedingungen für
Jungärzte müssen verbessert werden, damit diese auch in
Österreich tätig sind, so ÖÄK-Vizepräsident Mayer. =
Wien (OTS) - Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann
der angestellten Ärzte, zeigt sich verwundert über die jüngst
getätigte Aussage von Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von
Niederösterreich. In einem Interview hatte sie die Forderung an die
neue Bundesregierung gestellt, die Zahl der Medizinstudienplätze auf
deutlich mehr als 3.000 zu verdoppeln. Zwar würde Mikl-Leitners
Rechnung möglicherweise aufgehen, denn: „Bei einer doppelt so hohen
Studienplatzzahl steigt natürlich trotz hohem Dropout die absolute
Zahl der Absolventen, die in Österreich bleibt.“ Aber: Wirtschaftlich
betrachtet ist das laut Mayer „absurd“: „Warum soll Österreich
doppelt so viel Geld in das Medizin-Studium investieren, wenn ein
großer Teil der Absolventen hier nicht tätig ist?“ Wichtig sei daher
der prozentuelle Anteil jener, die nach dem Studium in Österreich
auch tatsächlich arbeiten. Der Knackpunkt sei nicht die Zahl der
Absolventen, sondern „dass der Staat sich Medizinstudierende leistet,
die dann nicht im österreichischen Gesundheitssystem als Ärzte tätig
sind.“
Qualität und Flexibilität
Ansatzpunkt, um die Ärzte im Land zu halten, sei unter anderem, die
Qualität der Ausbildung zu erhöhen. „Spitäler müssen ihren Ärztinnen
und Ärzten die notwendige Zeit geben, um Ärztinnen und Ärzte in
Ausbildung korrekt zu betreuen und das umfassende Wissen
weiterzugeben. Außerdem muss das Angebot vorhanden sein, dass jeder
zeitnah einen Ausbildungsplatz erhält“, sagt Mayer. Ein weiterer
Punkt sei die Flexibilität. Der Ärztenachwuchs suche nach
Arbeitsmodellen, die einerseits eine hochwertige Ausbildung,
andererseits auch Arbeitszeiten ermöglichen, unter denen das
Privatleben nicht leide, so Mayer. „Wir befinden uns in einem
Wettbewerb, insbesondere mit dem deutschsprachigen Ausland. Unser
Angebot für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung muss mithalten können“,
sagt Mayer.
Attraktiver werden
Den Arztberuf attraktiver zu gestalten sei die wirtschaftlich
sinnvollere Lösung. Dazu gehören auch Gruppenpraxen und neue
Job-Sharing-Modelle im niedergelassenen Bereich. Erst kürzlich haben
sich der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
und die Österreichische Ärztekammer auf eine Vereinbarung geeinigt,
die eine Anstellung von Ärzten bei Ärzten ermöglicht. (sn)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE






