Andreas Khol zum Tod von Rudolf Hundstorfer

Wien (OTS) - Mit Bestürzung und Trauer habe ich vom plötzlichen Tod von Rudolf Hundstorfer erfahren. Mit Bestürzung, denn ich habe ihn noch vor wenigen Wochen noch als Mann in der Blüte seiner Jahre getroffen, voll Schaffenskraft und Begeisterung für die ihm übertragenen, wichtigen Aufgaben. Mit tiefer Trauer, denn wir alle verlieren mit ihm einen großen Gewerkschaftspräsidenten, einen gemeinwohlbewussten Sozialpartner, einen großen Sozialpolitiker, der als Sozialminister das Land prägte, und als fairen Mitbewerber um das Amt des Bundespräsidenten. Hundstorfer hat den ÖGB in den dunklen Stunden der BAWAG-Krise übernehmen müssen. Er hat sie abgearbeitet und letztlich gemeistert. Ich werde die Momente nicht vergessen, als der damalige Bundeskanzler, der Finanzminister und ich von ihm in der BAWAG Zentrale in der Wiener Innenstadt empfangen wurden, als wir demonstrativ Sparbücher eröffneten, um unser Vertrauen in die damalige Gewerkschaftsbank öffentlich zu demonstrieren, die ganz knapp vor dem Zusammenbruch stand. Hundstorfer hat zur Rettung des Instituts wesentlich beigetragen.

Als Sozialpartner hatte er die so lebenswichtige Handschlagqualität: Was man mit ihm ausmachte, das hielt, und er ließ auch die Kirche im Dorf. Man konnte ihm als Mensch und als Poilitiker vertrauen. Als Sozialminister hatte er stets Verständnis für die Anliegen der Senioren und hat sehr wichtige Reformen auf den Weg gebracht. In zahlreichen Gesprächen haben Karl Blecha und ich viele Jahre lang mit ihm die Reform von Pensionen und Pflege beraten. Dass unser Pensionssystem auf guten Füßen steht, und es zu keinem Pflegenotstand gekommen ist, ist ihm zu verdanken. Beide haben wir uns um das höchste Amt im Staat beworben, beide wir waren nicht erfolgreich, aber wir haben auch im Wahlkampf unsere Grundsätze hochgehalten, einen fairen Wettstreit ausgetragen und auch unsere persönlichen Beziehungen aufrechterhalten. Ich trauere persönlich um einen politischen Weggefährten, dessen Handschlagqualität, Sachkunde und vor allem dessen umfassenden Humor ich schätzen gelernt habe. Nicht nur die Republik, auch die älteren Menschen im Lande und ich selbst sind ihm zu Dank verpflichtet. Rudi Hundstorfer, so durfte ich ihn nennen, war ein ausgeprägter Familienmensch: seine Familie war ihm außerordentlich wichtig. Ihr gilt auch meine ehrliche Anteilnahme an ihrem schweren Verlust!

Andreas Khol

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