Medizinsoftwarehersteller fordern: Effiziente Digitalisierung des Gesundheitssystems

Die Kosten für den Erhalt der Ineffizienzen des aktuellen öffentlichen Gesundheitssysstems sind höher, als die Kosten für die Umsetzung und den Betrieb der neuen digitalen Möglichkeiten. Milliarden Euro fließen jedes Jahr in den Bau von Straßen und Tunneln – im Vergleich dazu würde der „Digitale Highway“ der Medizin weniger als 300 Millionen Euro pro Jahr kosten und dabei allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen. Wir sehen es als dringende Aufgabe der öffentlichen Hand, Apotheken und Kassenärztinnen und -ärzten mit einem adäquaten Budget für Investitionen und Betrieb in IT-Infrastruktur auszustatten.
Eduard Schebesta, Sprecher der Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller
Die Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller fordert nun, dass alle Stakeholder des digitalen Gesundheitswesens (Bund, Länder, Ärztekammer, Apothekerkammer, ÖGK/SV, ELGA, Softwarehersteller der FEEI-IPMED und FVUBIT) gemeinsam eine Digitale Roadmap für das Gesundheitswesen erarbeiten. Damit können auf Basis realistischer Einschätzungen und Beurteilung von Vorhaben adäquate Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle entwickelt werden.
Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer des FEEI
Wir benötigen eine verbindliche Festlegung der digitalen Roadmap, ausgestattet mit adäquaten Budgets gestützt von Bund, Ländern und Sozialversicherung. Der Wille der öffentlichen Hand zu Innovationspartnerschaften mit privaten Anbietern muss bei der Umsetzung ein integraler Bestandteil sein.
Eduard Schebesta, Sprecher der Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller
Aktuell schließt ELGA die Hälfte der niedergelassenen Ärzte aus und ist daher absolut nicht sinnvoll, weil es nach jetzigem Stand keine lückenlose Dokumentation für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte gewährleisten würde.
Eduard Schebesta, Sprecher der Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller
Es braucht einen konstruktiven Dialog zwischen allen Stakeholdern für eine rasche Lösung im Sinne der Patientinnen und Patienten, mit der alle Anwender im medizinischen Bereich leben können.
Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer des FEEI

Wien (OTS) - Die Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller, ein Netzwerkpartner des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), fordert eine effizient geplante Digitalisierung des österreichischen Gesundheitssystems. Ziel ist eine bessere Behandlungs-qualität für die Patientinnen und Patienten und eine finanzielle Entlastung des Gesundheitssystems.

Weil die Digitalisierung des österreichischen Gesundheitswesens hinterherhinkt, bekommen Patientinnen und Patienten nicht die bestmögliche gesundheitliche Versorgung. Dabei sind es die Sozialversicherten, die hohe Versicherungsbeiträge bezahlen, die eigentlich ein Recht auf eine entsprechend digitalisierte Leistung hätten. Die österreichischen Medizinsoftwarehersteller bieten zwar die erforderlichen digitalen Lösungen an, es fehlt aber am Willen und an der Finanzierung der öffentlichen Hand, diese effizient umzusetzen.

Effizientes Projektmanagment und verbindliche Zusammenarbeit

"Die Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller fordert nun, dass alle Stakeholder des digitalen Gesundheitswesens (Bund, Länder, Ärztekammer, Apothekerkammer, ÖGK/SV, ELGA, Softwarehersteller der FEEI-IPMED und FVUBIT) gemeinsam eine Digitale Roadmap für das Gesundheitswesen erarbeiten. Damit können auf Basis realistischer Einschätzungen und Beurteilung von Vorhaben adäquate Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle entwickelt werden,“ betont Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer des FEEI. „Wir benötigen eine verbindliche Festlegung der digitalen Roadmap, ausgestattet mit adäquaten Budgets gestützt von Bund, Ländern und Sozialversicherung. Der Wille der öffentlichen Hand zu Innovationspartnerschaften mit privaten Anbietern muss bei der Umsetzung ein integraler Bestandteil sein“, ergänzt Eduard Schebesta, Sprecher der Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller.

Keine lückenhaften Systeme und Insellösungen

Es müssen Systeme entwickelt werden, auf die alle Gesundheitsdiensteanbieter (Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser, etc.) Zugriff haben. Vor lückenhaften Systemen wird gewarnt. „Aktuell schließt ELGA die Hälfte der niedergelassenen Ärzte aus und ist daher absolut nicht sinnvoll, weil es nach jetzigem Stand keine lückenlose Dokumentation für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte gewährleisten würde“, erklärt Schebesta. Auch braucht es entsprechende Rahmenbedingungen nach internationalen Standards und Schnittstellen für einen systemübergreifenden Datenaustausch – denn nicht kompatible und damit teure Insellösungen müssen vermieden werden.

Langfristig Kosten sparen

Der IT-Branchenumsatz im niedergelassen Bereich betrug 2018 rund 100 Millionen Euro inklusive der öffentlichen eCard Infrastruktur – das bedeutet ein IT-Budget von rund 1,8% vom Umsatz pro Kassenordination. Damit liegt die Durchschnittsordination wesentlich unter dem globalen Branchendurchschnitt von mehr als 3%. Mit der Umsetzung der Digitalisierung des Gesundheitswesens können langfristig Kosten gespart werden. „Die Kosten für den Erhalt der Ineffizienzen des aktuellen öffentlichen Gesundheitssysstems sind höher, als die Kosten für die Umsetzung und den Betrieb der neuen digitalen Möglichkeiten“, betont Schebesta, „Milliarden Euro fließen jedes Jahr in den Bau von Straßen und Tunneln – im Vergleich dazu würde der „Digitale Highway“ der Medizin weniger als 300 Millionen Euro pro Jahr kosten und dabei allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen. Wir sehen es als dringende Aufgabe der öffentlichen Hand, Apotheken und Kassenärztinnen und -ärzten mit einem adäquaten Budget für Investitionen und Betrieb in IT-Infrastruktur auszustatten“.

Es geht um die Patientinnen und Patienten

Mit der effizienten Digitalisierung des österreichischen Gesundheitswesens würde eine bessere Qualität in der Behandlung der Patientinnen und Patienten, eine Verkürzung von Wartezeiten und eine Minimierung von Behandlungsrisiken gewährleistet. Vor allem chronisch kranke Menschen hätten nicht mehr die alleinige Verantwortung ihre Krankengeschichte und verordnete Medikamente zu kommunizieren.

Ärztinnen und Ärzte würden mehr Sicherheit in der Diagnostik und der Therapie erhalten. Mit einem Blick in ein digitales Register können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht nur eine bessere und raschere Diagnose abgeben, sondern vor allem eine viel zielgerichtetere Behandlung und Therapie einleiten und Apothekerinnen und Apotheker beispielsweise das Risiko von Doppelmedikationen verringern. Damit sparen am Ende auch die Patientinnen und Patienten Geld.

Vernetzung im Sinne der Patientinnen und Patienten
Patientinnen und Patienten haben ein Recht auf ein modernes, digitales Gesundheitswesen – für das sie als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und Zahlerinnen und Zahler von Sozialversicherungsbeiträgen einen finanziellen Beitrag leisten. „Es braucht einen konstruktiven Dialog zwischen allen Stakeholdern für eine rasche Lösung im Sinne der Patientinnen und Patienten, mit der alle Anwender im medizinischen Bereich leben können.“, appelliert Müllner.

Über die Industrieplattform Medizinsoftwarehersteller

In der Industrieplattform Medizinsoftware – ein Netzwerkpartner des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) – sind Unternehmen organisiert, die in Österreich Software für den Gesundheitsbereich erstellen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Umgang mit medizinischen und administrativen Daten im Gesundheitswesen. Mitglieder sind: A1 Telekom, HCS, Data, CAS, Compugroup, MCW, Innomed, APO Verlag, Siemens, Schachner & Schlemmer Gesellschaft m.b.H, LukasSoftware und ALPHAVILLE Computergesamtlösungen GesmbH.

Über den FEEI

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in Österreich die Interessen des zweitgrößten Industriezweigs mit rund 300 Unternehmen, rund 67.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 18,83 Milliarden Euro (Stand 2018). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern – dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, UFH, die Plattform Industrie 4.0, Forum Mobilkommunikation (FMK), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie – ist es das oberste Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. www.feei.at

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