- 06.08.2019, 06:00:01
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Greenpeace: Anstieg der CO2-Emissionen durch Tempo 140 wesentlich größer als öffentlich dargestellt
Greenpeace-Analyse der detaillierten Messdaten der von der ASFINAG beauftragten Studien zu Tempo-140-Teststrecken zeigt sachlich äußerst fragwürdige Auswertungsmethode
Utl.: Greenpeace-Analyse der detaillierten Messdaten der von der
ASFINAG beauftragten Studien zu Tempo-140-Teststrecken zeigt
sachlich äußerst fragwürdige Auswertungsmethode =
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die
detaillierten Messdaten der von der ASFINAG beauftragten Studie zu
den beiden Tempo-140-Teststrecken analysiert. Dabei zeigt sich ein
wesentlich dramatischeres Bild, als bislang medial dargestellt wurde:
Die tatsächliche Zunahme der CO2-Emissionen auf den beiden
Teststrecken liegt nicht bei 1,2% bzw. 1,6% wie von den
Projektbefürwortern behauptet, sondern bei zumindest 2,5% bzw. 2,6% –
im reinen Pkw-Bereich sogar bei 3,5% bzw. 3,6%!
Möglich wurde die Präsentation der scheinbar geringen Zahlen durch
eine irreführende Aufsummierung der Messwerte, da die
Gesamt-Emissionen der Teststrecken und nicht die Emissionen jener
Fahrzeuge betrachtet wurden, die tatsächlich schneller fahren
durften. Mehr als 42% der CO2-Emissionen auf den beiden Teststrecken
wurden nämlich vom Schwerverkehr (Lkw und Busse) verursacht, für den
nach wie vor Tempo 80 gilt. Wenn man die relativ hohen, unveränderten
Emissionen des Schwerverkehrs in die Berechnung miteinbezieht, drückt
das natürlich die Zunahme der Emissionen bei den schneller fahrenden
Pkw und Klein-Lkw anteilig nach unten, wodurch das Problem großteils
versteckt wird. „In diesem Kontext nur von 1 bis 2 Prozent Zunahme zu
sprechen, ist eine Irreführung der Öffentlichkeit. Das ist so, als
würde die Politik den Wehr- und Zivildienst um zwei Monate verlängern
und behaupten, dass es für den gesamten Jahrgang ohnehin nur ein
Monat sei, da ja die Frauen nicht betroffen sind”, kritisiert
Greenpeace-Programm-Manager Volker Plass die Auslegung der
Studienergebnisse.
Die von der ASFINAG beauftragte Studie zeigt zudem, dass die beiden
Teststrecken zu einer Zunahme der CO2-Emissionen um fast 5.700 Tonnen
pro Jahr geführt haben. Würde man Tempo 140 österreichweit auf zwei
Drittel aller Autobahnstrecken ausdehnen, würden die CO2-Emissionen
aus dem Autoverkehr nach einer vorsichtigen Schätzung von Greenpeace
um rund 100.000 Tonnen pro Jahr zunehmen, was etwa zusätzlichen
50.000 Pkw, oder fast der Gesamtzahl der in Innsbruck gemeldeten
Autos, entspricht. „Der Verkehr ist das größte Problemfeld der
österreichischen Klimaschutz-Politik. In keinem anderen Sektor sind
die Emissionen während der letzten Jahre so dramatisch gestiegen wie
im Verkehr. Wir müssen um jedes Gramm an CO2-Reduktion kämpfen und
haben keinen Spielraum für unnötige Experimente wie Tempo 140!“
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