- 02.08.2019, 10:15:01
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Arzt droht im Iran die Todesstrafe: Ärztekammer ersucht Republik Österreich um Hilfe
Einzelhaft und psychische Folter – Hinrichtung könnte kurz bevorstehen
Utl.: Einzelhaft und psychische Folter – Hinrichtung könnte kurz
bevorstehen =
Wien (OTS) - Der schwedisch-iranischen Arzt Ahmadreza Djalali könnte
kurz vor seiner Hinrichtung im Iran stehen. Der Ärztekammer sind über
die Frau des Arztes Informationen zugespielt worden, wonach Djalali
Anfang dieser Woche vom Evin-Gefängnis am Stadtrand von Teheran mit
verbundenen Augen an einen unbekannten anderen Ort verlegt worden
war. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres richtet nun einen Appell an
das Außenministerium, sich auf diplomatischen Wege einzuschalten, um
das Leben des Arztes zu retten.
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Djalali ist seit mehr als drei Jahren im Iran inhaftiert. Im April
2016 reiste Djalali gemeinsam mit Kollegen zu Seminaren nach Teheran
und Schiras, der Hauptstadt der zentralen Südprovinz Fars. Djalali
ist Katastrophenmediziner und unterstützt Krankenhäuser beim Umgang
mit Opfern von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder bewaffneten
Konflikten unter Bedingungen extremer Armut. Seine Ausbildung
absolvierte er am Karolinska Institut in Schweden, seine
Spezialisierung an der Universität des Piemont (CRIMEDIM), zuletzt
arbeitete er in der Forschungsabteilung der Freien Universität
Brüssel (VUB).
Djalali wurde bei seiner Reise in den Iran von den iranischen
Behörden verhaftetet und mehr als ein Jahr später wegen angeblicher
„Spionage für Israel“ im Oktober 2017 wegen „Zusammenarbeit mit einem
feindlichen Staat“ zum Tode verurteilten. Seit seiner Festnahme
engagieren sich zahlreiche Institutionen für den inhaftierten Arzt,
so zum Beispiel Amnesty International und auch zahlreiche
Ärztevereinigungen. Noch im November 2017, gleich nach dem
Todesurteil, schrieben 75 Nobelpreisträger an den iranischen
UN-Botschafter mit der Bitte, ihn freizulassen. Mitte Jänner 2018
organisierten die schwedische Wissenschaftsakademie, Amnesty
International sowie sein ehemaliger Arbeitgeber, das Karolinska
Institut, eine gemeinsame Demonstration für Djalali.
Nach Informationen der World Medical Association (WMA) war Djalali
sehr lange in Einzelhaft und psychischer Folter ausgesetzt. Um auf
seine Situation aufmerksam zu machen, ist Djalali mehrmals in
Hunger-und Durststreik getreten. Er benötigt dringend medizinische
Hilfe. Auch die „United Nations Working Group on Arbitrary Detention“
hat die Haftumstände von Djalali laut Aussendung der WMA schärfstens
kritisiert.
„Gewissensgefangener des Iran“
Bei seiner Verlegung Anfang dieser Woche an einen unbekannten Ort
konnte Djalali nur kurz mit seiner Familie Kontakt aufnehmen und
diese informieren, dass er vollkommen isoliert von anderen Häftlingen
sei und nicht wisse, wohin er gebracht werde. „We are now very scared
that they want to follow through with the death sentence in silence“,
heißt es in dem Hilferuf seiner Frau, der auch an die Ärztekammer
ergangen ist.
Für Ärztekammerpräsident Szekeres ist Djalali „ein
Gewissensgefangener des Iran“. Alle Fakten sprechen laut Szekeres
dafür, dass Djalalis Tätigkeiten „ausschließlich einem medizinischen
und humanitären Ziel geschuldet sind“. Auch habe er stets bestritten,
für irgendwelche ausländischen Geheimdienste gearbeitet zu haben.
Szekeres fordert Außenminister Alexander Schallenberg auf, sich für
die Freilassung des Arztes nachhaltig einzusetzen. „Wir bitten, alles
in der Macht der Regierung stehende, eventuell auch in Kooperation
mit anderen Staaten, zu tun, um die Todesstrafe für den Kollegen
abzuwenden und dessen Freilassung zu erwirken.“ (hpp)
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