• 31.07.2019, 14:56:44
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  • OTS0107

Ärztemangel braucht ernsthafte Lösungsansätze

Die jüngsten Vorschläge des Patientenanwaltes sind weit davon entfernt, sinnvolle Konzepte gegen den Ärztemangel zu sein, sagt die Österreichische Ärztekammer.

Utl.: Die jüngsten Vorschläge des Patientenanwaltes sind weit davon
entfernt, sinnvolle Konzepte gegen den Ärztemangel zu sein,
sagt die Österreichische Ärztekammer. =

Wien (OTS) - „Patientenanwalt Gerald Bachinger hat völlig recht, wenn
er meint, dass es im Kampf gegen den Ärztemangel nicht mehr reiche,
an kleinen Schräubchen zu drehen, sondern dass es ganz neue
Lösungskonzepte und innovative Modelle brauche“, sagt Thomas
Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), zu den
jüngsten Aussagen des niederösterreichischen Patientenanwaltes. „Wir
brauchen zum Beispiel attraktivere und mehr Kassenstellen sowie
Ärztinnen und Ärzte, die ihre wertvolle Zeit nicht mit Bürokratie
verschwenden müssen, sondern sich um ihre Patientinnen und Patienten
kümmern können“, fordert Szekeres. Mit seinen konkreten Vorschlägen
sei Bachinger aber weit von einer Lösung entfernt.

Mehr Kompetenzen für Apotheker und Pflegekräfte seien zwar eine nette
Sache, würden aber am Ärztemangel nichts ändern. „Apotheker und
Pflegekräfte haben nicht die Ausbildung, um Diagnosen zu stellen oder
Therapien zu verordnen“, sagt Szekeres. „Die Erodierung ärztlicher
Kompetenzen, um Ärztemangel zu bekämpfen, kann kein ernstgemeinter
Lösungsansatz sein. Die Sicherheit von Patientinnen und Patienten
muss an erster Stelle stehen, das sollte einem Patientenanwalt
eigentlich klar sein.“ Zudem könnten telemedizinische Angebote
Ärztinnen und Ärzte nur unterstützen, sie aber nicht ersetzen.

„Dass Patientenanwalt Bachinger seinem Dienstgeber etwas Gutes tun
will, ist verständlich“, meint Johannes Steinhart, ÖÄK-Vizepräsident
und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, zu Bachingers
Idee, dem Land mehr Kompetenzen einzuräumen. „Aber auch das Land
Niederösterreich kann keine Patienten behandeln“, so Steinhart.

Bachingers Vorschlag, dass eine Standesvertretung, die unter anderem
für medizinische Expertise steht, nicht die für sie relevanten
Verträge mitverhandeln soll, sei überhaupt eine „mehr als abwegige“
Idee. „Patientensicherheit und bestmögliche medizinische Versorgung
sind keine Verhandlungsmasse. Ärztinnen und Ärzte können nicht
Bittsteller von Land oder Krankenkasse sein und zulassen, dass über
ihre Köpfe hinweg entschieden wird“, so Steinhart abschließend.

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