Oö. Volksblatt: "Hofers Spagat" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 31. Juli 2019

Linz (OTS) - Allzuviel Geld sollte man nicht darauf verwetten, dass es zu keinem Politik-Comeback von Heinz-Christian Strache kommt. Wenn 69 Prozent der FPÖ-Anhänger die Rückkehr des Ibiza-Fans begrüßen, wird das auch der aktuellen Parteispitze zu denken geben. Norbert Hofer und Herbert Kickl wissen, dass sie das Wählerpotenzial, das Strache bindet, nicht einfach vor den Kopf stoßen können.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Straches Nachfolger an der Parteispitze in der Comeback-Frage im ZiB-Interview als Meister des Spagats erwies: Zuerst Aufklärung, dann Wiederkehr; unentschuldbare Aussagen im Ibiza-Video, aber alles, was Strache gesagt habe, „hat nicht stattgefunden“ (Denkt da jemand an einen Persilschein?) — um nur zwei Beispiele zu nennen. Mit der Argumentation, dass letztlich der Ball beim Wähler liege, kam Hofer aber nicht durch und musste eingestehen, dass die Partei über eine Kandidatur Straches entscheidet.
Anzunehmen ist jedenfalls, dass sich der Strache-Fanklub auf Dauer nicht mit Floskeln hinhalten lassen wird. Auch wenn derzeit die auch in Meinungsumfragen dokumentierte Geschlossenheit der FPÖ betont wird, so hat die Strache-Frage sehr wohl das Potential für gröbere innerparteiliche Verwerfungen.

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