• 09.07.2019, 22:00:16
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  • OTS0131

Oö. Volksblatt: "Humanismus gefragt" (von Christian HAUBNER)

Ausgabe vom 10. Juli 2019

Utl.: Ausgabe vom 10. Juli 2019 =

Linz (OTS) - Der Zwang nach vermeintlicher Selbst-Optimierung. Das
akribische Arbeiten an Brustumfang, Muskelmasse, Marathon-Zeiten,
Schrittanzahl oder geradelten Wochenkilometern. Generell das
Bestreben, sich über Äußerlichkeiten und messbare Leistungen zu
definieren. All das sind Tendenzen, die in einem von der Bilderflut
und Selbstdarstellungswut in sozialen Medien bestimmten Umfeld
verstärkt zu beobachten sind.
Es verwundert daher kaum, dass länderübergreifende Doping-Netzwerke
existieren. Nutzer dieser dubiosen Präparate und gefälschten
Medikamente sind wohlgemerkt keine Profis. Es sind Menschen, die in
ihrer Freizeit versuchen, ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu
steigern, die Risiken gesundheitlicher Schäden und fataler Spätfolgen
inklusive.
Sport ist gesund für Körper und Geist, etwas mit Leidenschaft zu
betreiben ebenso. Wenn daraus aber Zwang wird, verkehrt sich das ins
Gegenteil. Und wenn die Zahl derer, die sich im Alleingang
Dopingmittel einwerfen, allzu groß wird, dann sind Legislative und
Exekutive gefordert. Das allein reicht aber nicht. Es braucht auch
humanistische Überzeugung samt damit einhergehender Gewissheit, dass
es perfekt modellierte Körper nur mit Photoshop gibt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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