Partizipation und Inklusion als Maßstäbe für Ausbau der Demokratiebildung

Erste Ergebnisse aus dem Projekt Demokratiebildung im Parlament präsentiert

Wien (PK) - In den vergangenen Wochen fanden im Parlament mehrere Workshops (sogenannte "Clustergruppen") mit BildungsexpertInnen statt, wo zielgruppenspezifisch über das Verständnis für den demokratischen Prozess sowie über Konzepte für Demokratievermittlung und den Bedarf an Demokratiebildung diskutiert wurde. Im Rahmen des Projekts Demokratiebildung beschäftigten sich die ExpertInnen unterschiedlichster Bereiche zunächst gezielt mit einzelnen Altersstufen, von Kleinkindern bis SeniorInnen. In den darauffolgenden "Clusterschleifen" wurden die Erkenntnisse zusammengeführt, um die gesammelten Informationen laufend zu analysieren und zu verdichten.

Wissenschaftlich begleitet wurde der Prozess von Dirk Lange, Professor für Didaktik der politischen Bildung am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien. Er und sein Team stellten gestern die ersten vorläufigen Ergebnisse vor, die darlegen, dass die bestehenden Formate der Demokratiebildung des Parlaments (etwa die Demokratiewerkstatt oder das mobile Konzept "Demokratie in Bewegung") als didaktisch wertvoll wahrgenommen werden. Gleichzeitig wurde auf Verbesserungspotential im Bereich der Inklusion und virtueller Angebote hingewiesen. Ferner sollte die Reichweite der parlamentarischen Demokratiebildung ausgebaut und die Möglichkeiten zur interaktiven Partizipation am demokratischen Prozess erhöht werden. Entsprechend der konzeptionellen Empfehlung von Dirk Lange sollte es das Ziel sein, ein Profil im Sinne einer Gesamtkonzeption zu entwickeln, um die Alleinstellungsmerkmale der parlamentarischen Demokratiebildung - etwa die Überparteilichkeit - zu betonen.

Drei Handlungsfelder

Dazu wurden drei Handlungsfelder definiert und mögliche Formate vorgestellt. Diese beziehen sich auf die Begriffe "Demokratie", also die formale Dimension der Wissensvermittlung, das "Demokratische", womit der substantielle Kern und die Werte, die mit Demokratie in Verbindung stehen, gemeint sind, sowie die Prozesshaftigkeit und historische Wandelbarkeit, die "Demokratisierung". Orientieren sollten sich diese Handlungsfelder je Zielgruppe an sowohl ortsgebundenen, mobilen, virtuellen und haptischen Optionen. Die Konzeptideen gilt es nun inhaltlich zu verfeinern und anhand von Prioritäten, Ressourcen und denkbarem Einführungszeitraum (kurz-, mittel- und langfristig) zu klassifizieren. Der finale Abschlussbericht wird demnächst dem Nationalratspräsidenten übergeben, um auf Basis der erschlossenen Handlungsfelder weitere Schritte für die Umsetzung künftiger Projektoptionen zu setzen.

Parallel zu den Clustergruppen wurde auch die breite Öffentlichkeit zur Beteiligung am Projekt Demokratiebildung aufgerufen. Über die Crowdsourcing-Website des Parlaments konnten eigene Ideen und Vorschläge eingebracht werden, wie Demokratie am wirkungsvollsten vermittelt werden kann. Die Plattform verzeichnet rund 3.500 UserInnen. Aktiv beteiligt haben sich an der Konsultation knapp 850 Personen mit 134 Antworten, die in der nun laufenden Analyse zu Kernaussagen zusammengefasst werden. Auch die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in die Planung möglicher neuer Projekte einfließen. (Schluss) fan


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